Spannsysteme

Röhm forciert die Elektrifizierung

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Das zweite Einsatzfeld ist die konventionelle Greiftechnik. Dort bietet die neue Handling-Einheit besondere Vorteile, denn der Greifer kann unterschiedlich große Teile ohne Umrüsten greifen – er ist also besonders flexibel. Zugleich arbeitet er mit sehr kurzen Taktzeiten ab 70 Millisekunden pro Greifvorgang – das ist deutlich weniger als vergleichbare Hydraulik- und Pneumatikgreifer, betont Röhm.

Flexibel ist der Elektrogreifer auch im Hinblick auf die Greifkraft. Er kann empfindliche Komponenten mit 10 N schonend fassen und im nächsten Vorgang schwere Teile mit bis zu 400 N greifen.

Elektrisches Spannsystem kann Werkzeuge in nur 50 ms spannen

Weitere „elektrifizierte“ Produkte sind das Super-Lock-Werkzeugverriegelungssystem (Bild 3) und die by-Wire-Technik (Bild 4). Ziel dieser Entwicklung war es, ein selbstverriegelndes Werkzeugspannsystem mit einem neuartigen elektrischen Betätigungssystem zu kombinieren.

Ein Linearmotor als Antrieb schafft die Voraussetzungen für den Verzicht auf die hydraulische Betätigung – und verkürzt die Taktzeiten: Werkzeuge können innerhalb von nur 50 ms gespannt oder gelöst werden. Wie auch der Elektro-Hohlspanner überzeugt dieses Produkt durch hohe Effizienz und Genauigkeit. Über die Analyse des Kraftverlaufs beim Spannen können Verschmutzungen wie Späne bis in den Mikrometer-Bereich erkannt werden. Auf diese Weise werden auch Toleranzgrenzen der Werkzeugaufnahmen oder Schwergängigkeiten erkannt.

Neue Elektro-Löseeinheit

Ergänzen wird das „Elektro-Portfolio“ künftig ein Elektro-Spannkopf zum schnellen Wechsel von Werkstücken in Paletten (Bild 5). Durch eine integrierte Übersetzung auf die Niederzugskräfte wird die federbetätigte Spannung um den Faktor 3 bis 4 verstärkt. Der Lösevorgang erfolgt elektrisch.

Als weiteres Ziel nennt Röhm die Entwicklung einer kompakten, neuen Elektro-Löseeinheit (Bild 6). Sie dient als Ersatz für die hydraulische Löseeinheit am Spindelende zum Lösen von Werkzeugspannsystemen. Die Elektro-Löseeinheit erfüllt alle Anforderungen wie den Anbau einer Kühlmittel-Drehdurchführung und ist universell einsetzbar.

Kein vollständiger Ersatz der Hydraulik

Nach Einschätzung von Röhm wird es keinen vollständigen Ersatz von hydraulischen Spannsystemen durch elektrische geben, denn das hydraulische Spannen wird, bedingt durch seine hohe Kraftdichte, auch in Zukunft in einigen Einsatzfeldern seine Vorteile behalten. Allerdings ist das elektrische Spannen eine zunehmend interessante Option, die sich in vielen Applikationen mit Vorteilen einsetzen lässt.

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