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Dies zeigt eine aktuelle VDMA-Umfrage zu Russland, die anlässlich der Hannover Messe im April 2013 durchgeführt wurde. Eine Montage oder Produktion unterhalten bisher nur 8 % der an der Befragung beteiligten Unternehmen. Mit Blick auf das Jahr 2015 planen dagegen 19 % den Aufbau einer Montage oder Produktion vor Ort. Das Engagement in Russland soll also mehr als verdoppelt werden. Getrieben wird dies unter anderem durch die aktuell sehr dynamische Entwicklung des russischen Pkw-Absatzmarktes und der sich in diesem Zusammenhang entwickelnden Automobil- und Automobilzulieferindustrie.
Verlässliche Rahmenbedingungen in Russland dringend nötig
Für den Aufbau der Produktion in Russland , so die VDMA-Umfrage, seien drei Faktoren entscheidungsrelevant, bei denen es definitiv Handlungsbedarf gibt: Das sind
- die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen,
- die Qualität der Ausbildung des Personals und
- die Qualität der inländischen Zulieferungen.
„Hinsichtlich der Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen gibt es auf russischer Seite erheblichen Nachholbedarf. Da könnten wir seit langem sehr viel weiter sein“, sagte der VDMA-Präsident.
Aber auch Maschinen- und Anlagenbauer, die den Aufbau einer Produktion in Russland planen, müssten ihre Hausaufgaben machen. Dabei gehe es um den notwendigen Qualifizierungsbedarf ihres Personals und den Aufbau von Zulieferstrukturen vor Ort. „Chancen, die wir gemeinsam mit den russischen Partnern in einer Win-Win-Situation nutzen könnten“, betonte Lindner. Denn in Russland steht in den nächsten Jahren die Modernisierung der Industrie im Fokus; rund 1,4 Mio. Maschinen sind älter als zwanzig Jahre. „Ich wünsche dem russischen Maschinenbau und der russischen Industrie viel Erfolg bei ihren Modernisierungsbemühungen. Wir werden alles dafür tun, damit diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, und setzen auf weiterhin intensive Kooperationen mit russischen Unternehmen“, so der VDMA-Präsident.
Handelshemmnisse abbauen
Ein großer Schritt nach vorne war der Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO im vergangenen Jahr. Die dadurch in Gang gesetzte Liberalisierung des Marktzugangs werde den Wettbewerbsdruck auf die russische Industrie erhöhen. Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass neue Handelsschranken aufgebaut werden. Für den weiteren Ausbau der bilateralen Beziehungen sei vor allem ein Wirtschaftsumfeld hilfreich, in dem Handelshemmnisse abgebaut und technische Standards angeglichen werden.
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