Fragliche Reform Salzgitter-Chef Groebler hält neue Emissionshandels-Pläne für schlecht

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Der Salzgitter-Chef Gunnar Groebler kritisiert die Pläne der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels. Lesen Sie hier, was den Manager daran stört ...

Befürchtungen! Die Salzgitter AG hat schon viel Geld in die Umstellung auf grünen Stahl investiert. Nun plant die EU, die Regeln für den Emissionshandel aufzuweichen. Das missfällt dem Salzgitter-Chef Gunnar Groebler aber sehr ...(Bild:  Salzgitter)
Befürchtungen! Die Salzgitter AG hat schon viel Geld in die Umstellung auf grünen Stahl investiert. Nun plant die EU, die Regeln für den Emissionshandel aufzuweichen. Das missfällt dem Salzgitter-Chef Gunnar Groebler aber sehr ...
(Bild: Salzgitter)

Unter Druck von Wirtschaft und Mitgliedsstaaten schlägt die EU-Kommission neuerdings eine Abschwächung eines zentralen Klimaschutzinstruments vor: So will die Brüsseler Behörde, dass die Gesamtzahl verfügbarer Rechte für den Ausstoß klimaschädlicher Gase wie etwa Kohlendioxid langsamer abnimmt als zuvor. Außerdem soll es in bestimmten Bereichen mehr kostenlose Zertifikate geben. Die Pläne der EU zur Lockerung des Emissionshandels gefährden laut Ansicht von Gunnar Groebler die Investitionen in den Klimaschutz und bestraften Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen haben: „Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen!“ Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten forderte der Salzgitter-Chef deshalb auf, im Gesetzgebungsprozess entsprechend nachzubessern.

Bremsklotz für Dekarbonisierungsprojekte

Nicht zuletzt habe sein Unternehmen bereits Milliarden in den Umstieg auf grünen Stahl investiert – und das nur im Vertrauen auf einen stabilen und verlässlichen Rechtsrahmen. Das dürfte durch Lockerungen beim Emissionshandels nicht einfach mal entwertet werden. „Wer im Vertrauen auf die europäische Gesetzgebung investiert – oder so wie wir – bereits investiert hat, darf am Ende nicht bestraft werden“, fordert der Salzgitter-Manager. Der niedersächsische Stahlkonzern hat Ende 2023 mit der Umrüstung seines Stahlwerks in Salzgitter begonnen. Bund und Land fördern den Umbau mit gut 1,3 Milliarden Euro. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen. Statt im mit Kohle befeuerten Hochofen soll der Stahl dann in einer neuen Anlage entstehen, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff den Stahl erzeugen kann. Die Entlastungen, die für die Zeit nach 2030 geplant sind, könnten laut Groebler aber schon heute die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit von Dekarbonisierungsprojekten in Europa erschweren. Innovative, CO2-arme Geschäftsmodelle drohten dadurch an Attraktivität zu verlieren, was mit nachteiligen Folgen für die Investitionsbereitschaft und die industrielle Resilienz Europas einhergehen dürfte.

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