Werksschließung Schaeffler macht Werk in Luckenwalde doch dicht

Quelle: dpa

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler schließt sein Werk im brandenburgischen Luckenwalde. Auch 15-monatige Verhandlungen mit einem potenziellen Investor konnten den Standort nicht retten.

Aus für das Schaeffler-Werk Luckenwalde! Die langen Verhandlungen mit einem potenziellen Investor führten leider doch zu keiner Möglichkeit, den Standort weiter zu führen, heißt es.
Aus für das Schaeffler-Werk Luckenwalde! Die langen Verhandlungen mit einem potenziellen Investor führten leider doch zu keiner Möglichkeit, den Standort weiter zu führen, heißt es.
(Bild: Schaeffler)

Der Standort Luckenwalde fertigte bisher ausschließlich Teile für Verbrennerfahrzeuge in der Automobilindustrie. Schaeffler richtet seine Autosparte aber mehr und mehr auf Elektroantriebe aus, um sich für die Zukunft der Mobilität zu wappnen. Im Werk in Luckenwalde sind nach Unternehmensangaben rund 330 Mitarbeiter beschäftigt.

Für den Standort Luckenwalde müssten nun die Gespräche über einen Interessenausgleich beginnen, heißt es weiter. „Wir werden das fair machen“, verspricht der Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld. Man werde auch so vielen Beschäftigten wie irgend möglich einen Arbeitsplatz innerhalb des Konzerns anbieten.

Schaeffler bereitet den Weg in die Zukunft

Für Schaeffler ist die Entscheidung zur Schließung des Standortes Luckenwalde der Abschluss eines Konsolidierungsprogrammes, das an zwölf Standorten in Deutschland die Schließung, den Verkauf oder die vollständige oder teilweise Verlagerung von Produktion umfasste. In der Summe sollten 4.400 Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig ist aber an anderen Stellen Kapazität aufgebaut worden, so Rosenfeld. Das betrifft etwa die Fertigung von Komponenten für Elektroautos in Bühl (Baden-Württemberg) oder den Aufbau eines Technologiezentrums am Hauptsitz in Herzogenaurach.

Fokus auf Verbrennungsmotor ist vorbei

Der Betriebsrat in Luckenwalde reagierte mit Unverständnis auf diese Entscheidung. Denn das Werk gilt als profitabel. Der Schaeffler-Vorstand sieht die Produkte in Luckenwalde für den Verbrennungsmotor aber langfristig als Auslaufmodell. Damit ziehe sich Schaeffler nach Jahren sicherer Gewinne weiter aus den neuen Bundesländern zurück, denn in 2019 hat man das Werk Kaltennordheim (Thüringen) verkauft und inzwischen geschlossen. Viele beobachteten mit Sorge, dass neue Produkte in der Transformation überwiegend in Osteuropa angesiedelt würden. Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zeigte sich enttäuscht und bedauerte die Schließung sehr. Insbesondere scheine es nicht gelungen zu sein, ausreichend Vertrauen in der Belegschaft in einen möglichen Investor zu erzeugen. Der Bedarf an Fachkräften lasse aber hoffen, dass ein überwiegender Teil der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt gut unterkommen könne.

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