Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Kunststofftechnik

Schäume aus europäischen Baumrinden

| Redakteur: Beate Christmann

Bauschaum auf Tannin-Basis: Forschern ist es nun gelungen, Hochleistungs-Tannin-Schäume aus europäischen Baumrinden zu gewinnen.
Bauschaum auf Tannin-Basis: Forschern ist es nun gelungen, Hochleistungs-Tannin-Schäume aus europäischen Baumrinden zu gewinnen. (Bild: FNR/Kunz)

Wissenschaftlern des europäischen Forschungsverbundes Bio-Foam-Bark ist es gelungen, isolierende Bauschäume aus europäischen Nadelholz-Tanninen herzustellen. Verwertet wird dazu das Nebenprodukt Rinde. Bisher erfolgte die Produktion nur aus tropischen Baumarten.

Dass Bauschäume auf Basis von Tannin viele Vorteile haben, ist bereits durch frühere Arbeiten der University of Lorraine bekannt: Neben sehr guten mechanischen Eigenschaften zeichnen sie sich unter anderem durch exzellentes thermisches und akustisches Isoliervermögen aus und sind nicht brennbar. Allerdings wurden solche Hochleistungs-Tannin-Schäume bislang nur aus tropischen Baumarten wie Mimosa und Quebracho hergestellt.

Dem europäischen Forschungsverbund Bio-Foam-Bark mit den drei deutschen beteiligten Teilvorhaben der Universität Freiburg, des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und des Nova-Instituts ist es nun gelungen, eine neue Rezepturen zur Herstellung tanninbasierter Bauschäume aus der Rinde von in Europa heimischen Kiefern und Fichten zu entwickeln.

Zwei Rezepturen

Es galt, Verfahren zur Schaumherstellung aus europäischen Arten zu erproben und dabei vor allem das Nebenprodukt Rinde zu verwerten. Zur Herstellung der Schäume entwickelten die Forscher zwei Rezepturen für Tannine aus der Monterey- und der See-Kiefer und eine Rezeptur für Fichtenrindentannin, deren Eigenschaften mit denen aus den tropischen Baumarten im Wesentlichen vergleichbar waren.

Ob sich das Verfahren in Deutschland im industriellen Maßstab umsetzen lässt, hängt unter anderem von den Tannin-Ausbeuten bei der Extraktion aus Fichtenrinde ab. Da man aus Rinde aktuell vor allem Energie gewinnt, empfehlen die Forscher eine Kaskadennutzung zur Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen: Nach der Tannin-Extraktion bleiben 80-85 % der ursprünglichen Biomasse übrig, die weiter als Energieträger zur Verfügung stehen.

Bio-Foam-Bark wurde im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsaufrufs der europäischen Forschungsnetzwerke Era-Net Wood-Wisdom-Net+ und Era-Net Bioenergy gefördert. Daran waren Partner aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Slowenien und Spanien beteiligt. Ermöglicht wurde die Forschungsarbeit zudem durch Mittel aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Abschlussberichte im Internet abrufbar

Die Abschlussberichte der drei deutschen Teilvorhaben stehen auf www.fnr.de im Menü Projekte & Förderung unter folgenden Förderkennzeichen zur Verfügung (Förderkennzeichen – Projektnehmer – Teilvorhaben):

  • 22020511 – Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – Koordination und Entwicklung von Schäumen sowie Modifizierung durch Nanocellulose
  • 22020611 – Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme – Vergasung in einem mehrstufigen BioSyn-Reaktor
  • 22020711 – nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH – Technisch-ökonomische Bewertung

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44310405 / Kunststofftechnik)

Themen-Newsletter Produktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

VW eröffnet 3D-Druck-Zentrum mit HP-Maschine

3D-Metalldruck

VW eröffnet 3D-Druck-Zentrum mit HP-Maschine

07.01.19 - Der Werkzeugbau von Volkswagen erweitert sein Geschäftsfeld in Wolfsburg um ein 3D-Druck-Zentrum. Zu dem im Konzern verwendeten SLM-Verfahren gesellt sich die neue HP-Technik. lesen

Rodeln auf Rädern

Bremsen

Rodeln auf Rädern

08.01.19 - Rodeln ohne Schnee? Diesen Freizeitspaß will die Pistenbock GmbH mit dem Pistenbock-Cross ermöglichen. Hochwertige Komponenten wie die Rotationsbremsen von ACE Stoßdämpfer helfen, unerwartete Lenkeinschläge zu dämpfen und den Lenkverlauf insgesamt zugunsten von Fahrkomfort und Sicherheit zu glätten. lesen

Blockchain-Technologie einfach erklärt – Definition & Anwendungen

Datenspeicherung – verteilte Netzwerke

Blockchain-Technologie einfach erklärt – Definition & Anwendungen

16.01.19 - Was ist Blockchain-Technologie und was kann die Blockchain überhaupt? Hier erfahren Sie, was Sie zum Thema wissen müssen – die Grundlagen, die Funktionsweise und die Anwendungsbereiche von Blockchain einfach erklärt auf MM LOGISTIK! lesen