Werkzeugmaschinen

Schlüsselfertige Maschinenkonzepte setzen sich durch

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Durch das Embargo zum Spezialisten

Vermeintliche Schwierigkeiten, die sich später zum Wettbewerbsvorteil entwickeln sollten. Denn so mussten die Japaner die Werkzeugmaschinen, die es bereits gab, im Laufe ihres ganz normalen Maschinenlebens selbst auseinandernehmen, reparieren und Teile austauschen. Dadurch bekamen sie ein Gespür für die Maschinen, kannten ihre Schwachstellen, ihre Konstruktionsmängel und konnten daraus viel über die Technik lernen. „Nach der Aufhebung des Embargos konnten sie diese Erfahrung in die Konstruktion und Entwicklung von neuen Maschinen einfließen lassen. Daraus ist Mazak stark geworden“, so Müller weiter. Man hatte das „Rad“ zwar nicht erfunden, aber man kannte es in- und auswendig und das diente zum Vorteil und als Antrieb für stets neue Entwicklungen. Mittlerweile bringen es weltweit 7600 Mitarbeiter in zehn Herstellerwerken auf eine Fertigungskapazität von 1000 Maschinen im Monat.

Als Klauke und Mazak erstmals 1982 aufeinandertrafen, hatten sich beide bereits von der Uhrmacher- und der Strohmattenbranche verabschiedet. Im April 1982 bestellte Klauke die erste Mazak-Maschine: eine Slant Turn 15 mit der Klauke Verriegelungsbolzen fertigte. Die Drehmaschine mit 200er-Futter, 1 m Spitzenweite, 42er-Durchlass und Sechsfachrohr-Stangenvorschub von LNS, damals noch mit Fanuc-Steuerung, war zu damaliger Zeit besonders modern. Zu diesem Zeitpunkt standen bereits zwei CNC-Maschinen in Remscheid, allerdings nicht von Mazak. Als der Japaner in Klaukes Portfolio erstmals aufgenommen wurde, musste er sich die Fertigung mit Maschinen von OKK-Fräsmaschinen, Hitachi/Seiki, DMG und Heller teilen. Heute besteht Klaukes Maschinenpark vorwiegend aus Mazak-Maschinen.

Sechs Jahre später entschied man sich erneut für den Japaner, diesmal sollte es eine Quick Turn 25 mit Mazatrol-Dialogsteuerung mit T2 sein. „Mazak war der erste Hersteller, der 1981 gemeinsam mit Mitsubishi eine sogenannte Dialogsteuerung entwickelt hat, die nach kurzer Zeit die bisherige Fanuc-Steuerung ersetzen sollte“, so Müller. Am 13. 9. 1988 bestellt und bereits zehn Tage später am 23. 9. in Betrieb genommen, erklärt Wimmers und wir staunen nicht schlecht.

Auf der Integrex alle Fräsoperationen mit einer Frässpindel machen

Fast pünktlich zu Weihnachten, genaugenommen am 23. 12. 1997, machte sich Klauke mit Mazak ein Weihnachtsgeschenk und gönnte sich die erste Integrex 200Y. „Das ist ein Riesenschritt für uns gewesen, von der Quick Turn auf die Integrex – weil die Quick Turn eine normale Drehmaschine und die Integrex bereits mit einer Frässpindel ausgestattet war“, erklärt Berghaus. Dadurch hatte der Anwender auf einmal mehrere Achsen und konnte alle Fräsoperationen mit der Frässpindel machen.

Insofern relevant, weil Kunden damals bereits mit den Mazak-Drehmaschinen nicht mehr nur gedreht, sondern zum Großteil mit dem angetriebenen Werkzeug gefräst haben. Probleme waren somit vorprogrammiert, weil die Drehmaschinen bis zu 95 % nur noch fräsen mussten. Mazak kam dann auf die Idee, von einer Fräsmaschine den eigentlichen Fräskopf zu nehmen und in eine Drehmaschine zu integrieren. Das war die Geburt der sogenannten mutitaskingfähigen Integrex-Maschine, das Done-in-one-Fertigungsprinzip war geboren.

„Bei den Revolvermaschinen ist man mit den Werkzeugplätzen – es sind lediglich zwölf Plätze – sehr eingeschränkt. Bei einem komplizierten Produkt wie dem Pumpengehäuse von Klauke kommt man mit zwölf Werkzeugen nicht weit“, erklärt Wimmers das damalige Dilemma. Deshalb wurde die Integrex mit 40 Werkzeugen ausgestattet. „1997 bin ich nur mit einer Skizze auf Klauke zugegangen – damals gab es noch kein Prospekt zu dieser Maschine –, auf der man den Vorteil sehen konnte, dass man sowohl auf der Haupt- als auch auf der Gegenspindel arbeiten konnte“, so Wimmers weiter. Frank Wilsdorf, seines Zeichens damals Betriebsleiter Mechanische Fertigung und Montage, heute Director Sales & Marketing Customized Products, erkannte das Potenzial der Integrex und veranlasste die vorweihnachtliche Bestellung.

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