Lift- und Umlaufsysteme Schnell, präzise und sehr geräumig

Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Umlauflager und Lagerlifte bieten auf vergleichsweise minimalen Stellflächen größtmögliche Lagervolumina. Sie sind überall dort erste Wahl, wo es gilt, möglichst viele Teile, beispielsweise auch durchgehend über mehrere Stockwerke, platzsparend zu lagern, automatisiert bereitzustellen und ebenso präzise wie schnell zu kommissionieren.

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Die H20 GmbH erhält durch die beiden Lagerlifte des Typs Tornado viel Lagerfläche auf kleinstem Raum.
Die H20 GmbH erhält durch die beiden Lagerlifte des Typs Tornado viel Lagerfläche auf kleinstem Raum.
(Bild: Dexion)

Die Helmut Fischer GmbH entwickelt und fertigt seit 1953 messtechnische Lösungen für Industrie und Labor. Das Unternehmen entschied sich aus mehreren Gründen für Lagerlifte von Hänel: Neben der enormen Platzeinsparung und der Lagerorganisation über drei Stockwerke war die nahtlose SAP-Anbindung ohne zusätzliche Middleware ausschlaggebend. In vier Hänel Lean-Liften mit 13 Metern Höhe werden nun über die vorgenannten drei Stockwerke rund 8.000 unterschiedliche Artikel platzsparend gelagert. Im Erdgeschoss befindet sich der Wareneingang und in den beiden darüber liegenden Etagen werden die Aufträge für die Produktion bereitgestellt.

Die zentrale Lagerverwaltung erfolgt in SAP

Alle eingelagerten Artikel sind mit ihren Beständen und Lagerpositionen im ERP-System erfasst und werden ausschließlich über SAP verwaltet. Dies wird durch die Anbindung der Hänel-Lean-Lifte an SAP realisiert. Auslagerungsaufträge werden direkt in SAP erstellt und freigegeben. Dank Anbindung der Lifte per SOAP-Schnittstelle ist die Liftsteuerung direkt mit SAP verbunden. Hier wird der SAP-Dialog durch das SAP-Template von Prismat in Echtzeit auf den hochauflösenden Touchscreens der Steuerungen dargestellt. Die Hänel-Steuerung selbst wird so zum SAP-Terminal.

Nach Auswahl und Bestätigung des Artikels an der Steuerung durch den Benutzer bringt der Extraktor den entsprechenden Multifunktionscontainer direkt in die Entnahme. Der genaue Lagerplatz auf dem Container wird an der Steuerung grafisch dargestellt, sodass verwechslungsfrei kommissioniert werden kann. Die Entnahme des Artikels wird an der Steuerung direkt in SAP bestätigt und der Lagerbestand automatisch aktualisiert. Jeder Artikel wird mit einem Etikett versehen und einem Auftrag zugeordnet, der anschließend an die Produktion auf dieser Etage übergeben wird.

Die einzulagernden Artikel werden direkt am Lift per Barcode-Scanner erfasst. SAP bucht Artikel und Stückzahl, vergibt einen freien Lagerplatz im Lean-Lift und der entsprechende Multifunktionscontainer wird in die Entnahme gebracht. Im SAP-Template in der Hänel-Steuerung wird dem Benutzer die Einlagerposition auf dem Container grafisch dargestellt.

„Die Hänel-Lagerlifte in Verbindung mit der SAP-Anbindung machen unser Lagermanagement hocheffizient“, betont Armin Bauer, Lagerleiter bei der Helmut Fischer GmbH. „Wir haben damit den gesamten Warenbestand permanent unter Kontrolle.“

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Systemvorteile
Hochintelligente Lagerlifte

MSC Technologies mit Hauptsitz in Stutensee ist ein führender Hersteller von Embedded Systems auf Basis von Computer-on-Modules-(COMS-) und Display/Touch-Systemen mit eigener Fertigung in Europa. Im Unternehmen sind über zwei Etagen zwölf Hänel-Rotomat-Lagerlifte integriert, die nur wenig mehr als 82 Quadratmeter Stellfläche benötigen.

Unterschiedlichste SMD-Bauteile werden übersichtlich, sicher und geschützt im Rotomat-Lagerlift organisiert.
Unterschiedlichste SMD-Bauteile werden übersichtlich, sicher und geschützt im Rotomat-Lagerlift organisiert.
( Bild: Hänel )

Die Produktionshalle wurde bereits beim Bau so konzipiert, dass die 24 Entnahmen den Wareneingang im Erdgeschoss mit der Produktion im ersten Stock verbinden. Alle Entnahmen verfügen über eine automatische Schiebetüre und ermöglichen so ein reibungsloses und sicheres Kommissionieren über beide Stockwerke.

Die Rotomat-Lagerlifte können ihre Systemvor­teile bei der Lagerung unterschiedlichster Kleinteile optimal ausspielen. So lassen sich bei MSC Technologies in den zwölf Lagerliften über 40.000 Lagerplatzpositionen auf engstem Raum bereitstellen.

Die antistatische Lackierung des Hänel Rotomat in ESD-Ausführung bietet für die SMD-Bauelemente optimalen Schutz vor Überspannungsschäden. Die SMD-Teile sind hauptsächlich in Rollen für die Automatenbestückung organisiert. Hinzu kommen passende ESD-Behälter zum Einsatz, die mit Zwischenraster über bis zu 35 Lagerplätze pro Behälter verfügen.

Bei MSC ist der gesamte Produktionsprozess in SAP organisiert. Alle Lagerorte sind im ERP-System erfasst und werden dort verwaltet. Die SAP-Dialoge werden direkt an der Hänel-Steuerung MP 14 N dargestellt. Über die SOAP-Schnittstelle können die Benutzer an den Lagerliften nahtlos mit dem ERP-System kommunizieren. Durch moderne Browser-Technologie wird die Steuerung am Lift zum SAP-Terminal.

Hänel zählte mit dem Projekt für MSC Techno­logies zu den Finalisten des Ifoy-Award 2021.

Sichere Lagerung von elektronischen Bauteilen

Da in den Lagerliften große Mengen elektronischer Bauteile gelagert werden, sind die Lean-Lifte in ESD-Ausführung (elektrostatische Entladung) realisiert: Die Multifunktionscontainer sind zum Schutz der empfindlichen Komponenten vor Überspannungsschäden antistatisch beschichtet.

Bei jedem Lift kann dank der Schnelllauftore an allen drei Entnahmestellen simultan kommissioniert werden. Eine weitere Besonderheit ist die Sprinkleranlage mit Rauchmeldern in den Lean-Liften, die im Brandfall für eine schnelle Feuerbekämpfung sorgt; zudem schließen sich die Schiebetüren automatisch, was einen Kamineffekt verhindert.

Für die Lagerung von Paletten gibt es zusätzlich zu den vier Lagerliften für die Produktion noch einen weiteren Hänel-Lean-Lift als Palettenlager. Aufgrund der ebenerdigen Entnahme können ganze Paletten per Hubwagen ein- und ausgelagert werden. Auch dieser Lift hat in jedem der drei Stockwerke eine Entnahmestelle, ist zusätzlich mit der Hänel-Ecodrive-Technologie ausgestattet und ebenfalls an SAP angebunden.

Bis zu 2.000 Teile pro Kleinladungsträger

Der Kunststoffgalvanik-Spezialist C+C Krug setzt bei der Teilautomation seiner Logistikprozesse auf SSI Schäfer: Drei Lagerlifte des „SSI LOGIMAT“, zwei fahrerlose Transportsysteme des Typs Weasel, eine kurze Strecke Behälter-und-Kartonfördertechnik sowie zwei Übergabestationen sorgen für effiziente Prozesse zwischen Lager und Produktion. Die Lagereinrichtung ist bereits auf Erweiterung ausgelegt.

Zu den gelagerten Bauteilen bei C+C Krug zählen etwa Akzentleisten, Zierrahmen und sonstige Designelemente, die innen und außen an einem Auto angebracht werden. Teilweise handelt es sich bei den Bauteilen um Schüttgüter von rund 1.000 bis 2.000 Teilen pro Kleinladungsträger, wobei die Rohware für einen kontinuierlichen Work-Flow stets rechtzeitig am Arbeitsplatz in der Fertigung zur Verfügung stehen muss.

Die drei neuen „SSI-LOGIMAT“-Lagerlifte stehen stirnseitig in der neuen, rund 620 Quadratmeter großen Halle und sorgen für effiziente und zuverlässige Prozesse; für die noch folgenden neun bis zehn weiteren Kleinteillifte ist ebenfalls ausreichend Platz vorhanden. Die Modernisierung in Etappen ist C+C Krug wichtig: „Wir wollen die Investition pro Ausbaustufe überschaubar halten und im Umgang mit den modernen Systemen dazulernen, um die weiteren Schritte bedarfsgerecht zu planen“, erklärt Christian Krause, Logistikleiter bei C+C Krug.

Mit dem Lagerlift „LOGIMAT“ erhält das Unternehmen eine Lager- und Kommissionierlösung in einem System. Der Lagerturm ähnelt einem überdimensionalen Schubladenschrank mit zwei Tablarreihen – einer vorderen und einer hinteren Reihe – und kommissioniert nach dem Prinzip „Ware zur Person“. Der zwischen den beiden Reihen installierte Aufzug zieht die einzelnen Tablare heraus und fährt sie zur jeweiligen Position der Bedienungsöffnung.

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Mit Navigator
Vielseitig einsetzbar

Der Shuttle XP 250/500, eines der vertikalen Liftsysteme von Kardex, ist eine sehr flexible Lösung zum Einlagern und Bereitstellen kleinvolumiger Artikel. Auf bis zu 4,05 Metern Breite nimmt das Gerät eine Zuladung bis zu 560 Kilogramm auf. Durch das kompakte Gerätedesign lässt sich der Shuttle XP optimal an gegebene Raumbedingungen anpassen und bietet so maximales Lagervolumen auf minimaler Standfläche. Zudem lässt sich das System problemlos für unterschiedlichste Anforderungen, wie die Lagerung unter speziellen Klima- oder Reinraumbedingungen, umrüsten.

In 100-Millimeter-Schritten kann das System in Höhen von 2.550 bis 30.050 Millimetern realisieren werden und nimmt Tablare von 1.250 bis zu 4.050 Millimetern Breite und von 610 bis zu 1.270 Millimetern Tiefe auf. Die Vertikalgeschwindigkeit ist bis zu 2,0 Meter pro Sekunde und die Ein-/Auslagergeschwindigkeit bis 0,7 Meter pro Sekunde einstellbar. Seit vergangenem Jahr ist der Lift Shuttle XP mit einem Display-LED-Navigator ausgestattet. Für mittlere Lasten bis zu 725 Kilogramm konzipiert ist der Shuttle XP 700, während das System XP 1000 mit seinen Schwerlasttablaren Ladungen bis zu 1.000 Kilogramm bewältigt.

Verdichtete Lagerung auf kleinster Fläche

Das Tablarsystem nutzt die Hallenhöhe optimal aus. Da sich die Maschinenhöhe frei wählen lässt, fügt sich der „LOGIMAT“ perfekt in die 8 Meter hohe Halle in Ottendorf-Okrilla ein. Die drei Lagerlifte sind jeweils mit 39 je 3.625 Millimeter × 815 Millimeter messenden Tablaren ausgestattet. Wie Rico Bär, Vertriebsmitarbeiter bei SSI Schäfer, erläutert, „punktet der Tablarlift mit seiner kompakten Bauweise und mit einer verdichteten Lagerung auf kleinster Fläche. So verkürzen sich auch die Wege der Mitarbeiter deutlich.“

Das stetig wachsende Sortiment von C+C Krug umfasst rund 200 unterschiedliche Artikel. Davon finden bisher etwa 50 Prozent in den Lagerliften genügend Platz; für die Lagerung der restlichen Artikel ist die nächste Ausbaustufe vorgesehen.

Als Zusatzoptionen für die Kleinteillifte hat sich C+C Krug für einen Verschlussmechanismus bei der Entnahmeöffnung entschieden, um die Ware vor Staub und Verschmutzung zu schützen, zudem für eine zusätzliche Beleuchtung im Schacht und im Schaltschrank. Mit der Option „Logibar“ wurde eine Bestätigungslichtschranke unter der Bedienöffnung installiert. So kann der Kommissionierauftrag bzw. Tablarwechsel direkt im Liftsystem quittiert werden. Dies reduziert die Wegzeiten und steigert die Kommissioniergeschwindigkeit.

Die Software „Wamas Logimat“ übernimmt das Artikelmanagement für die drei Lagerlifte. Mit der Option „Wamas Logimat Orderhandling“ sind sie an das übergeordnete kundenseitige ERP-System angebunden, sodass Artikelbestände und Aufträge automatisiert im ERP und Wamas Logimat synchronisiert werden. Für die Mitarbeiter bedeutet dies papierloses Arbeiten und Verzicht auf manuelle Buchungen. Zudem können für eine höhere Pickleistung dynamische Kommissionierzonen gebildet werden, die paralleles Kommissionieren von mehreren Mitarbeitern an den Tablarliften ermöglichen.

Lagerlifte mit Batch-Picking

Die H2O GmbH zählt weltweit zu den erfahrensten Experten in der nachhaltigen Aufbereitung von industriellen Abwässern. Im Zuge einer Standorterweiterung am Stammsitz im badischen Steinen wurden Lager und Endmontage in einem Gebäudekomplex untergebracht. Dabei galt es, viel Lagerfläche komprimiert auf kleinstem Raum zu schaffen. Die Ersatzeile für das „Vacudest“-System müssen gut sortiert und schnell im Zugriff gelagert werden. H2O garantiert seinen Kunden, Ersatzteile, die werktags bis um 13 Uhr bestellt werden, am gleichen Tag zu versenden.

Zwei 7 Meter hohe Dexion-Lagerlifte des Typs Tornado mit Batchpicking-Zone ermöglichen hohe Kommissionierleistungen für die gelagerten Kleinteile auf kleinstem Raum. Die komplette Hallenhöhe wurde effizient genutzt. Teile für den Ersatzteilservice und die Montage werden hier auf jeweils 40 Tablaren übersichtlich und für schnellen Zugriff auf minimaler Stellfläche von 13,37 Quadratmetern gelagert.

262,4 Quadratmeter Lagerfläche auf nur 13,7 Quadratmetern Stellfläche

Pro 4.000 Millimeter breitem und 800 Millimeter tiefem Tablar stehen 3,82 Quadratmeter für die Teile zur Verfügung, pro Maschine sind es 131,2 Quadratmeter, sodass auf 13,7 Quadratmetern Stellfläche 262,4 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung stehen. Die Lagerlifte wurden in eine Bühne integriert, um noch zusätzliche Lagerfläche im ersten Stock zu schaffen. Die hohen vertikalen und horizontalen Verfahrgeschwindigkeiten sowie kurze Wege ermöglichen eine hocheffiziente Kommissionierung.

Für eine genaue und stets aktuelle Bestandskontrolle sorgt die TCPlus Software, ein windowbasiertes WMS-System. Die integrierte Batch- Picking Funktion gewährleistet ein Maximum an Effizienz bei der Kommissionierung. Beide Lagerlifte werden gleichzeitig bedient, mehrere Aufträge können gleichzeitig in einem Batch kommissioniert werden. Das Liftregal von Jungheinrich ermöglicht hochverdichtetes Lagern auf geringer Stellfläche und kleinstem Raum und bietet damit auch bei häufig wechselnden Lagergütern Flexibilität und hohe Produktivität.

Das geschlossene System besteht aus beiseitig vertikal eingelagerten Tablaren, einem Extraktor und einer Steuerung, mit der die Güter an eine ergonomisch angeordnete Bedienöffnung geliefert werden.

Bereits während der Kommissionierung eines Tablars stellt der Extraktor im Hintergrund das nächste bereit, was Zeitverluste minimiert.

Bis zu 30 Meter hohe Liftregale sind realisierbar

Die Liftregale werden nach dem Baukastenprinzip zusammengestellt und montiert. Durch die modulare Bauweise kann die Gerätehöhe, die beim LRK 700 und LRK 1.000 bis zu rund 20 Meter und beim LRK 205/500 maximal bis zu 30 Meter betragen kann, schnell und kostengünstig an veränderte Standort- oder Arbeitsbedingungen angepasst werden.

Die Modulbauweise ermöglicht bis zu sechs Bedienöffnungen an der Vorder- und Rückseite und minimale Tablarabstände von 25 Millimetern. Die annähernd stufenlose Lagerung der Tablare reduziert den Flächenbedarf signifikant. Zudem ist die regelmäßige Optimierung des Raumnutzungsgrades durch eine Lagerverdichtungs-Funktion möglich.

Das Liftregal lässt sich leicht in bestehende Lagerprozesse eingliedern und direkt an Ware- house-Management-Systeme anbinden. Die Integration erfolgt über die prämierte Schnittstellensoftware Jungheinrich Logistik-Interface oder das Zusatzmodul LRK Connect für SAP Extended Warehouse Management.

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