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Ein Greifer fügt den Rotor in das ausgerichtete Statorpaket
Mit Rotor und Stator macht sich der Werkstückträger auf den Weg zur Fügezelle. An einer Rotorsprayanlage wird in genau dosierten Mengen Klebstoff auf die zylindrischen Innenflächen der Brücke aufgetragen. Anschließend nimmt ein Greifer den Rotor und fügt ihn mit einer langsamen und präzisen Bewegung in das ausgerichtete Statorpaket. Eine Fügeeinheit zentriert dabei die beiden Komponenten, sodass eine Schraubeinheit von oben kommend die beiden Teile verschrauben kann. Die Taktzeit durfte nur wenige Sekunden betragen. Dabei mussten die Schreib- und Lesezeiten sowie die Werkstückträger-Wechselzeiten berücksichtigt werden. An der letzten Station nimmt ein Greifer den kompletten Motor und dreht ihn um 180°. Ein UV-Belichtungssystem sorgt dann dafür, dass der Kleber rasch aushärtet.
Nach der Montage kommt der Motor auf einen automatischen Prüfstand
Um die Betriebsisolation und die Belastung des Motors zu testen, kommt dieser nach der Montage auf einen automatischen Prüfstand. Die Station ist in die Funktionseinheiten Hochspannungsprüfung, Leistungsprüfung sowie Gutteilkennzeichnung eingeteilt. In der Hochspannungsprüfung wird der Reluktanzmotor aus dem Werkstückträger gehoben und der Leistungsanschluss kontaktiert. Für die Dauer von etwa 1 s wird eine Hochspannung zwischen Gehäuse und den Wicklungsanschlüssen angelegt. Anschließend erfolgt eine Durchgangsprüfung, die sicherstellt, dass die Kontakte richtig gesetzt sind. Mit dieser Prüfung werden auch die Wicklungswiderstände geprüft. Ist der Motor in Ordnung, wird er zum Leistungstest geleitet.
Die Leistungsprüfung erfolgt über eine Drehmomentmessung bei 3500 min-1. Dazu wird der Motor wieder aus dem Werkstückträger gehoben, an Leistungsanschluss und Steuerung kontaktiert und die Abtriebswelle mechanisch mit dem Messsystem gekoppelt. Dieses besteht aus einem Servoantrieb als Belastungsmotor und einem Messaufnehmer. Beide werden auf einen Vorgabewert beschleunigt. Der Servomotor läuft im Drehzahlregelbetrieb und hält die angegebene Drehzahl. Der Reluktanzmotor wird weiter auf eine Drehzahl über 3500 min-1 beschleunigt und erzeugt dabei über die Messwelle ein Gegenmoment. Dieses ist erforderlich, um die Einhaltung der Sollwerte für Drehzahl und Stromaufnahme zu überprüfen.
Zum Schluss erhalten die Motoren noch eine Kennzeichnung. Für jeden Motor fallen mehrere Mess- und Kennwerte an, die für eine spätere Auswertung in einem Excel-fähigen Format aufgezeichnet werden müssen. Anzugeben sind beispielsweise die eingestellten Grenzwerte sowie Motornummer, Nummer des Werkstückträgers oder das Ergebnis der Hochspannungsprüfung.
* Stefan Deck ist Produktbereichsleiter für Transfer- und Palettiersysteme bei der IEF Werner GmbH in 78120 Furtwangen
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