Kühlschmierstoffe

Seefahrer bekämpfen Bakterien mit UV-Licht und Sauerstoff

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Stahlriese verzichtet auf Chemie und vertraut dem Sauerstoff

Bis heute setzen deshalb zahlreiche Industrieunternehmen Biozide ein, um die Keime abzutöten. Doch die Chemie hat Nebenwirkungen. Das Einatmen der Aerosole kann beispielsweise Atembeschwerden bei den Mitarbeitern auslösen und der Hautkontakt zu Entzündungen, Irritationen und Allergien führen. Viele Produktionsleiter und Instandhalter fordern eine Alternative, um den Schutz der Gesundheit zu wahren und gleichzeitig eine Antwort auf die strengere EU-Biozid-Richtlinie zu haben, denn diese schränkt die Verwendung von Chemie in Kühlflüssigkeiten zukünftig stärker ein. Das Unternehmen SSAB, ein nordeuropäischer Stahlproduzent, hat bereits reagiert und setzt bei der Entkeimung und Keimkontrolle auf die Erfahrung aus der Seeschifffahrt.

Die Verantwortlichen haben sich das Ziel gesetzt, die Verwendung von Biozid in Schneidflüssigkeiten zu vermeiden oder drastisch zu verringern. Dabei hatte der Stahlproduzent nicht nur die Gesundheits- und Umweltaspekte im Blick. In der Vergangenheit musste die Flüssigkeit mehrmals im Jahr ausgetauscht werden.

Die Emulsionen waren eine neu Herausforderung für die Reeder

Der Wartungsprozess belastete die Kostenstellen des Unternehmens und verursachte unplanmäßige Produktionsunterbrechungen. Gleichzeitig verursachten die Sanierung und Entsorgung der Flüssigkeit weitere Kosten. Der schwedische Stahlkonzern entschloss sich, Alternativen auszuprobieren. Am Ende entschieden sich die Manager für die Lösung Coolant-System von Wallenius Water, einer Tochter der Wallenius-Reederei.

Das Produkt basiert auf der Wallenius AOT-Technik, einer intelligenten Kombination aus UV-Desinfektion und aktivem Sauerstoff, die den Abbau von Mikroorganismen in der Natur imitiert. Anstatt mit chemischen Zusätzen reinigt die Technik durch Aktivierung des in der Flüssigkeit gelösten Sauerstoffs. Der Prozess erfolgt kontinuierlich und ohne schädliche Nebenprodukte, versichern die Ingenieure. Ähnlich sehen das auch die Verantwortlichen von SSAB. Man sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis, denn man wisse, wie schwierig es sei, die Schneidflüssigkeit in gutem, bakterienfreiem Zustand zu halten.

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