Getriebebau Nord Seit 50 Jahren die Nase stets im Wind

Autor Stefanie Michel

Getriebebau Nord hat am 1. April 2015 Grund zum Feiern: Vor 50 Jahren gründeten Günter Schlicht und Gustav Adolf Küchenmeister das Unternehmen in Bargteheide. Wir sprachen mit den beiden Geschäftsführern Jutta Humbert und Ullrich Küchenmeister über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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(Bild: Getriebebau Nord)

Wir sind nicht so besonders erpicht auf öffentliche Auftritte. Wir halten uns lieber im Hintergrund“, erklärt Jutta Humbert, die Tochter des Firmengründers. Wir, das ist das Unternehmen Getriebebau Nord, bei dem die Geburtstagsfeierlichkeiten zum 50. anstehen. Jutta Humbert und ihr Bruder Ullrich Küchenmeister wollen eigentlich kein großes Aufhebens machen. Aber das Jubiläum ist nah und der somit unvermeidbare Blick zurück offenbart ein umtriebiges Familienunternehmen.

Begonnen hat alles recht unspektakulär im Jahr 1965 in Bargteheide: Die beiden Arbeitskollegen Günter Schlicht und Gustav Adolf Küchenmeister, tätig in der Antriebstechnik, machten sich selbständig – der eine ein Kaufmann, der andere ein Techniker. Eine Produktinnovation stand nicht im Fokus, vielmehr die Idee, den steigenden Bedarf an Getriebemotoren während des Wirtschaftswunders zu decken.

Eigenfertigung von Anfang an

Schon von Anfang an hat Getriebebau Nord selbst gefertigt. Dazu gehörten Getriebegehäuse, Wellen und Flansche; andere Bauteile wie Zahnräder mussten zugekauft werden. Produktprogramm und Verfügbarkeit waren nicht vergleichbar mit heute. Küchenmeisters Sohn Ullrich lacht, wenn er daran denkt: „Das waren andere Zeiten. Ganz am Anfang gab es ja auch nur einen Mitarbeiter!“ Das änderte sich schnell, denn die Eigenfertigung wurde sukzessive ausgebaut, beispielsweise 1977 mit der Übernahme eines Zahnradwerks in Glinde. „Die Produkte sollten möglichst im eigenen Hause gefertigt werden. Das war von Anfang an die Zielsetzung“, so Küchenmeister. Der Hintergrund ist einfach: Nur so war und ist schnelle und flexible Lieferung nach Kundenwunsch möglich.

Ein wesentlicher Schritt für das Unternehmen war die Entwicklung des Blockgehäuses, das 1981 für alle Getriebekonstruktionen im Haus eingeführt wurde. Humbert erinnert sich: „Das wurde sozusagen auf einer Serviette bei einem Restaurantbesuch gezeichnet und daraus entwickelte sich wahrscheinlich die größte Innovation in unserer Branche, die mittlerweile von fast allen Wettbewerbern kopiert wird.“ Statt aus zwei Halbschalen bestand nun das Getriebegehäuse aus einem einteiligen Gussblock mit integrierten Lagerstellen. Das machte die Getriebe belastbarer, verschleißärmer und langlebiger als vorher. Daher setzte sich diese Bauweise weitestgehend durch.

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