Mit der Veröffentlichung des Entwurfs darf Mitte nächsten Jahres gerechnet werden. Die Richtline bereitet die Basis für das Blatt 2 und 3 welche bereits veröffentlicht wurden und sich der Maschinen- und die Prozessfähigkeit widmen. Sie ist ein nötiger Baustein zwischen Kalibrierung und Prüfprozesseignung beziehungsweise MSA in der Schraubtechnik.
Einziges technisches Regelwerk weltweit, das die Fähigkeitsnachweise für alle Arten von Schraubwerkzeugen betrachtet, auf Basis von allgemeingültigen internationalen Vorgaben. Die Grundlage für das Blatt 2 der VDI/VDE 2645 bildet die Typprüfung nach VDI/VDE 2647 – auch diese ist aktuell noch in der Überarbeitung und im gegenseitigen Abgleich.
Die VDI/VDE 2647 ist die einzige technische Regel für die Typprüfung von Schraubwerkzeugen, die Drehmoment und Drehwinkel als Steuer- und Kontrollgröße nutzen. Egal ob für die handbetätigte Montage oder motorbetrieben.
Überarbeitung und neuer Teil: VDI/VDE 2648 Reihe „Sensoren und Messsysteme für die Drehwinkelmessung - Anweisungen für die rückführbare Kalibrierung“:
So wie die VDI/VDE 2645 Blatt1 und 2 ist auch die VDI/VDE 2648 Serie einzigartig auf der Welt.
Die 2648 Blatt 1 und 2 wurden bereits fertig überarbeitet, die Entwürfe wurden bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht und die Einsprüche gewürdigt. Daher darf man hier wohl in den kommenden Monaten mit den neuen Richtlinien in Deutsch und Englisch rechnen.
Eine ebenso lang erwartete wie wichtige Richtlinienüberarbeitung. Hier liegt unter anderem der Fokus auf die Anpassung an den Stand der Technik, die vereinfachte Anwendung, Umsetzung der „Lessons-learned“ aus der Praxis und Erweiterung des Anwendungsbereiches.
Ebenfalls von vielen mit Spannung erwartet wird die Weiterführung der weltweit sehr renommierten und weit verbreiten VDI 2230 mit dem Blatt 3. Sie ist als Ergänzung zu den beiden vorherigen Blättern gedacht und soll die Brücke schlagen zwischen Konstruktion und Montage.
International ist die ISO/TS 17104 in der Überarbeitung – wie auf der ISO-Homepage auch angegeben.
Auch hier ist es meine Aufgabe die Kommunikation und fachlichen Austausch zwischen VDI und dem Arbeitskreis sicher zu stellen. Hier besteht die Besonderheit auch darin, dass nach der ISO/TS der VDI die technisch aktuellere VDI/VDE 2649 veröffentlichte. Der VDI hat aufgrund der Kooperation mit dem ISO zunächst auf die Überarbeitung der 2649 verzichtet und wird die Ergebnisse und Zielrichtung abwarten. Die Hoffnung besteht auch hier, wie auch grundsätzlich, die Normenlandschaft für Anwender zu vereinfachen.
Ob die ISO 5393, (www.iso.org/standard/63133.html) welche nur dem ersten Anschein nach Ähnlichkeit mit der VDI/VDE 2647 hat, dieses Jahr turnusmäßig in die Überarbeitung geht, steht aktuell bei den Mitgliedsländern noch zur Wahl. Auch hier hat der VDI seine Mitarbeit für den Fall einer Überarbeitung angeboten.
Ebenfalls ein wichtiger, und bisher noch nicht ausgereifter Baustein für die Qualitätssicherung in der Schraubtechnik, ist der VDA Band 5.2. Obwohl von der Automobilindustrie initiiert, ist diese technische Regel auch für andere Branchen interessant, da sie ein Thema behandelt welche alle Bereiche die Schrauben betrifft. Hintergrund, ist, dass es für Messaufgaben sachlich, faktisch immer nötig ist eine Prüfprozesseignung beziehungsweise eine Messsystemanalyse nachzuweisen.
Stand: 08.12.2025
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Die aktuell laufende Überarbeitung des VDA 5.2 geschieht in enger Abstimmung u.a. dem VDI und den Arbeitsgruppen aus VDI/VDE 2645 Blatt 1 und Blatt 3.
Auch neu: Die Überführung der DIN 25201 und grundsätzliche Neufassung in einer Europäischen Norm. Im Technical Committee (TC) 256 des CEN ist hier über die letzten Jahre mit großem Aufwand eine Europäische Lösung erarbeitet worden. Den Entwurf kann man bereits heute auf der DIN-Homepage kostenfrei lesen und kommentieren oder bei den einschlägigen Normenportalen käuflich erwerben. Auch hier gab es zwischen den Organisationen und Arbeitsgruppen, dankenswerterweise regen Austausch, ganz im Sinne der Anwender.
Markus Fischer, Director Technical Compliance, SCS Concept Deutschland GmbH
Markus Fischer ist in verschiedenen nationalen Fachausschüssen (u.a. VDI, DSV), mehreren internationalen CEN und ISO-Normungsarbeitsgruppen sowie Deutschen Schraubenverband (DSV) aktiv und Dozent an der Universität Dresden zum Thema Maschinen- und Prozessfähigkeit im Rahmen des Aufbaustudiums zum Schraubfachingenieur/-techniker DSV®. Ebenso ist er Gründungsmitglied des Verbands für Qualifikation und Wissenstransfer in der Schraubtechnik VQWS.
Seit fünf Jahren ist er Teil der SCS Concept Group als Director Technical Compliance - einem Unternehmen in privater Hand mit Sitz in Mailand, Italien und etwa 180 Mitarbeitern. Die SCS Concept Group ist ein weltweit agierender Hersteller von Prüf- & Messgeräten für die Maschinen- und Prozessfähigkeit in der Schraubtechnik, sowie Montagwerkzeuge, produktivitätssteigernde Software und Kalibrierdienstleistungen.
Neben seiner eigentlichen Tätigkeit führt er schraubtechnische Audits in Unternehmen jeglicher Industriebereiche durch und steht bei der Umsetzung der daraus resultierenden, vielfältigen Maßnahmen, in den folgenden Jahren mit Rat und Tat zur Seite.