Arbeitsschutz

Sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter

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Als tolerable Schwere einer Verletzung gelten danach ausschließlich solche Beanspruchungen der Haut und der darunter liegenden Gewebe, bei denen es nicht zu tieferem Durchdringen der Haut und des Gewebes mit blutenden Wunden kommen kann. Frakturen oder anderweitige Schäden des Muskel-Skelett-Systems müssen ausgeschlossen sein.

Verletzungsgrenzwerte für einfaches Körpermodell festgelegt

Die Schwere einer Verletzung kann durch Grenzwerte zusammenhängender Verletzungskriterien abgebildet werden. Für alle Bereiche eines einfachen Körpermodells (Tabelle) wurden Grenzwerte für die Verletzungskriterien „Stoßkraft“, „Klemm-/Quetschkraft“ und „Druck/Flächenpressung“ festgelegt. Das IFA hat dazu Verletzungsdaten aufgrund äußerer mechanischer Belastungen aus Literatur und Datenbanken recherchiert. Daraus wurden orientierende Grenzwerte für die maximal erlaubten Verletzungsschweren nach Körpermodell ermittelt und durch verschiedene Kontrollversuche im Labor punktuell überprüft.

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Neben diesen neuen medizinisch-biomechanischen Gestaltungshinweisen hat das IFA weitere Anforderungen für Kollaborationsarbeitsplätze zusammengetragen; sie betreffen die Technik und Sicherheitstechnik, die Ergonomie und die Arbeitsorganisation. Dort geht es beispielsweise darum, den Arbeitsraum an einem Kollaborationsarbeitsplatz so zu gestalten, dass sich der Mensch uneingeschränkt bewegen kann.

Wichtig ist auch, dass der menschliche Kollege für die Teamarbeit mit dem Roboter je nach Arbeitsplatz gesund genug ist, will heißen entsprechend beanspruchbar. Diese Eignung muss der Arbeitgeber im Rahmen seiner Fürsorgepflicht regelmäßig kontrollieren.

Die Einhaltung der zulässigen Kräfte und Drücke/Flächenpressungen für die betroffenen Körpereinzelbereiche muss nach Einrichtung eines Arbeitsplatzes an relevanten Punkten der Kollisionsflächen des Roboters überprüft werden. In den Empfehlungen werden dazu Messprinzipien beschrieben, die in geeigneten Messgeräten zum Messen von Werten der Verletzungskriterien technisch ausgeführt sein müssen. Ergänzend dazu wird eine Verfahrensweise für die messtechnische Ermittlung von Anforderungswerten beschrieben.

Weiterhin bieten diese Empfehlungen ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis, ein Formblatt zur Festlegung der im Einzelfall anzuwendenden Grenzwerte der relevanten Verletzungskriterien, orientierende Werte zur Gestaltung von Kollisionsflächen kollaborierender Roboter und eine Checkliste für die Anwendung der BG/BGIA-Empfehlungen im Rahmen einer Risikobeurteilung in der betrieblichen Praxis.

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