Arbeitsschutz

Sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter

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Biomechanische Grenzwerte sind Herzstück der neuen BG/BGIA-Empfehlungen

Die vom IFA empfohlenen biomechanischen Grenzwerte sind das Herzstück der neuen BG/BGIA-Empfehlungen. Sie stammen im Wesentlichen aus der wissenschaftlichen Literatur, und bislang hat es nur punktuelle Kontrollversuche im Labor gegeben, um die Daten experimentell zu überprüfen.

Das wird sich nun ändern: Das IFA hat eine Laboreinrichtung entwickelt (Bild 2), mit der sich das Schmerzempfinden und bestimmte Schmerzschwellen des Menschen bei mechanischer Stoßbelastung messen lassen, und zwar durch Untersuchungen an Probanden in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Diese Messungen werden dazu verwendet, die festgelegten Grenzwerte zu überprüfen. Unter welchen Bedingungen und wann die Versuchsreihe starten kann, muss allerdings zunächst eine eigens angerufene Ethikkommission entscheiden. Doch die Chancen stehen gut, dass schon bald diese medizinische Projektphase starten kann.

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IFA entwickelt biofidele Messgeräte für die synchrone Erfassung von Verletzungskriterien

Für die Messung von Stoß- oder Klemm-/Quetschkräften können verschiedene auf dem Markt verfügbare Messgeräte mit technischen Modifikationen eingesetzt werden. Zur Erfassung des maximalen Partialdrucks in einer Kollisionsfläche existieren zwar verschiedene Messmöglichkeiten, jedoch zurzeit noch keine standardisierten Messgeräte, die den erforderlichen Wirkprinzipien ausreichend genügen. Zurzeit werden am IFA weitere biofidele Messgeräte für die synchrone Erfassung der Verletzungskriterien bei praxisnahem Körperverhalten einer Person unter bestimmten Kollisionsbedingungen entwickelt.

Wie geht es bei den Normen weiter? Im aktuellsten Entwurf, der FDIS ISO 10218 – 2, steht schon im Abschnitt der Anforderungen, dass die konkretisierenden Anforderungen für die kollaborierenden Roboter durch eine zukünftige „Technical Specification ISO/TS 15066 – Robots and robotic devices – Safety requirements – Industrial collaborative workspace“ beschrieben werden. Und in dieses Papier wurden alle wesentlichen Anforderungen der BG/BGIA-Empfehlungen eingebracht.

Dr. Michael Huelke ist Leiter des Referats „Neue Technologien, Mensch und Technik“ des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) in Sankt Augustin; Dr. Matthias Umbreit ist Leiter des Fachausschusses Maschinenbau, Fertigungssysteme, Stahlbau der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung; Hans Jürgen Ottersbach ist Sachgebietsleiter „Mechanische Körperbelastungen“ am IFA.

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