Suchen

Messtechnik fürs Fräsen Silber- und Gold-Know-how fräst hochpräzise Kleinteile

Autor / Redakteur: Theo Drechsel / Peter Königsreuther

Benzinger baut 5-Achs-Fräsen für die Schmuckherstellung. Diese Erfahrungen lässt man jetzt CNC-Maschinen für die Industrie einfließen, heißt es. Messtechnik von Blum finde dabei jeden Mikrometer Abweichung.

Firmen zum Thema

Selbst kleinste Fräswerkzeuge mit einem Durchmesser von 0,015 mm vermisst das Lasermesssystem LC50-Digilog von Blum Novotest noch zuverlässig. Der Spezialist für mehrachsige CNC-Fräsmaschinen Carl Benzinger in Pforzheim setzt jetzt auf dieses und andere Messsysteme des Herstellers.
Selbst kleinste Fräswerkzeuge mit einem Durchmesser von 0,015 mm vermisst das Lasermesssystem LC50-Digilog von Blum Novotest noch zuverlässig. Der Spezialist für mehrachsige CNC-Fräsmaschinen Carl Benzinger in Pforzheim setzt jetzt auf dieses und andere Messsysteme des Herstellers.
(Bild: Blum Novotest)

Carl Benzinger entwickelt schon seit Anfang der 1950er Jahre in Pforzheim manuelle Dreh- und Fräsmaschinen. Die Nähe zur Schmuckindustrie in der „Goldstadt“ Pforzheim machte es wohl unvermeidlich, dass Benzinger-Maschinen in der Serien- und Einzelteilfertigung von Schmuck eingesetzt werden. Darüber hinaus kommen von Benzinger entwickelte und gebaute Anlagen auch im Industriebereich zum Einsatz.

Benzingers Expertise zum Bau von Fräsmaschinen mit bis zu fünf Achsen soll jetzt allgemein zur Herstellung hochpräziser Kleinteile, die nicht nur aus Edelmetallen sind, dienen. In der Praxis vertrauen die Pforzheimer dabei auf Messsysteme von Blum Novotest. „Wir sind immer auf der Suche nach dem Mikrometer und legen viel Wert auf prozesssichere Maschinen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter, Rainer Jehle,zur Benzinger-Philosophie. Jeder Anwender bekommt dabei eine Maschine, die genau das kann, was er benötigt, und die ihn dabei unterstützt, sagt er. Damit könne er so einfach und effizient wie möglich seine Produkte herstellen.

Bildergalerie

Mit pfiffiger Programmierung und flexiblen Messsystemen gelingt die Automatisierung

Zu den Highlights der Maschinen gehört die sehr ausgefeilte Programmierung, die etwa den Werkzeugwechsel und das Einsetzen neuer Werkzeuge sehr vereinfacht. Der Benutzer werde durch den Prozess geführt und dieser sei soweit wie möglich automatisiert. Dazu gehört unter anderem, dass neue Werkzeuge automatisch vermessen werden – die Anlage stellt sich dann automatisch auf die Länge des neuen Werkzeugs ein. Diese Funktion hängt von einer sehr präzisen Werkzeuglängen-Messung ab, wie sie die Messkomponenten von Blum bieten können. In den Schmuckanlagen sind dazu Lasermesssysteme installiert, in den Industrieanlagen je nach Aufgabe den berührungslos arbeitenden Laser oder auch Werkstück- und Werkzeug-Messtaster bieten. Denn die Messung in der Maschine ist bekanntermaßen die Grundlage für jede gelungene Automatisierung.

Werkzeugmessung unter Arbeitsdrehzahl pusht die Präzision

Seit über zwei Jahren setzt Benzinger auf seinen Maschinen das neue Lasermesssystem LC50-Digilog von Blum ein, das wegen seiner intelligenten digital-analog-Messmethode hervorsticht. Es kann so viele Tausend Messwerten pro Sekunde liefern. So erreiche man in Pforzheim noch genauere Ergebnisse als mit den bisherigen Systemen. Alle Werkzeuge werden im Bearbeitungszentrum unter Drehzahl gemessen, wodurch eine Bearbeitungsgenauigkeit erzielt werde, die sich mit außerhalb der Maschine gemessenen Werkzeugen kaum erreichen ließe. Manche Werkzeuge werden zusätzlich auch nach der Bearbeitung kontrolliert, denn während zum Schruppen Hartmetallwerkzeuge verwendet werden, kommen beim Schlichten teure Diamantwerkzeuge zum Einsatz. Letztere sind hochpräzise und kosten oft auch vierstellige Summen, merkt Benzinger an. Um Beschädigungen zu vermeiden, ist es deshalb wichtig, sicherzustellen, dass die vorherige Schruppoperation auch wie geplant beendet wurde. Übrigens: während der Messung noch tropfender Kühlschmierstoff oder am Werkzeug haftende Späne beeinflussen die Messung dabei nicht – die intelligenten Filter der Digilog-Technologie rechnen Verschmutzungen einfach heraus, lässt Blum wissen.

Taster erfassen rasend schnell den Bauteil-Nullpunkt oder dessen Geometrie

In den Benzinger-Maschinen für die Fertigung industrieller Teile kommen außer den Blum-Werkzeug-Messtastern und Lasermesssystemen, wie bereits erwähnt, auch Blum-Werkstück-Messtaster zum Einsatz. Sie überzeugen die Pforzheimer, wie man hört, sowohl bei der Werkzeug- als auch der Werkstückmessung. Denn wegen der damit möglichen hohen Antastgeschwindigkeiten bleiben die Messzeiten sehr kurz: Bei der Werkstück-Nullpunkterfassung oder der finalen Bauteilmessung etwa, werden die Messtaster TC52 mit bis zu 2000 mm/min eingesetzt, ohne dass die Genauigkeit der Messung leidet. Die Werkzeugbruch-Kontrolle mit den taktilen Systemen kann ebenfalls mit 2000 mm/min laufen.

Für Blum spricht bei allen Anwendungen, dass die Systeme einfach in die Benzinger-Maschinen integrierbar sind und gleichzeitig sehr komplexe Anforderungen erfüllen können. „Wir gehen mit unseren Maschinen in vielen Aspekten an die Grenzen, vor allem bei der Präzision“, fasst Rainer Jehle zusammen. Schließlich würden die Anforderungen der Kunden immer herausfordernder, weshalb immer mehr Messtechnik in immer komplexeren Szenarien zum Einsatz komme. Keine Frage also – bei Benzinger wird man weiterhin erfolgreich nach dem Mikrometer suchen. Fraglos setze man dabei weiterhin auf die Systeme von Blum Novotest.

(ID:46638309)