Oberflächentechnik Silberpartikel sorgen für antibakterielle Eigenschaften
Eine Vielzahl von Mikroorganismen kann Oberflächen von medizinischen Produkten sehr stark besiedeln. Die Stabilisierung kann durch eine Plasmapolymer-Schicht mit Silberpartikeln erfolgen. Ein Ionenaustausch durch die Schicht sorgt für ausreichende antibakterielle Eigenschaften.
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Insbesondere pathogene und gegen Antibiotika resistente Bakterien wie Staphylococcus aureus sind verantwortlich für Infektionen, die häufig zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen und sogar lebensgefährlich werden können. US-Studien berichten, dass jedes Jahr 10000 bis 20000 Menschen an den Folgen einer katheterbedingten nosokomialen Infektion sterben („Krank durchs Krankenhaus“). Neue Werkstoffe beziehungsweise Beschichtungen, die die Besiedlung von medizintechnischen Produkten durch Bakterien deutlich verringern, sind deshalb von medizinischem und ökonomischem Interesse.
Antibakterielle Wirksamkeit des Silbers nutzen
Die antibakterielle Wirksamkeit von Silber ist seit Langem bekannt und die Anwendung in verschiedenen Bereichen der prothetischen Medizin und Wundheilung gut dokumentiert. Silber und Silbersalze wurden bis etwa 1950 bei Brandverletzungen und zur Desinfektion eingesetzt.
Mit der Entdeckung einer Vielzahl von selektiv wirkenden Antibiotika und anderen synthetischen Chemikalien, die antiseptisch und antibakteriell wirken, ging der Einsatz von Silber für medizinische Zwecke sehr stark zurück. Durch das massive Ansteigen von Bakterienresistenzen gegen Antibiotika ist das Interesse an alternativen antibakteriellen Substanzen, insbesondere an silberhaltigen Produkten, enorm gestiegen.
Stabilität der Silberschichten für Medizintechnik lange unzureichend
In der Vergangenheit gab es viele Versuche, medizintechnische Produkte durch die Applikation von Silber antibakteriell auszurüsten. Dabei stellt die chemische wie mechanische Stabilität der aufgebrachten Silberschichten ein großes Problem dar. Speziell die Haftung des Silbers ist sehr oft mangelhaft.
Bei medizinischen Studien kam es im Extremfall zu heftigen Unverträglichkeitsreaktionen. Um solche Reaktionen zu verhindern, darf die Konzentration der von der Silberschicht abgegebenen Silberionen nicht zu groß sein.
Des Weiteren ist es wichtig, dass die menschlichen Zellen nicht in direktem Kontakt mit der Silberschicht stehen. Die aufgebrachten Silber- oder silberhaltigen Schichten müssen deshalb neben optimaler Haftung auch eine Steuerung des Silberionenaustritts aus der Oberfläche erlauben.
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