Spritzguss-Simulation Simulation ist unverzichtbar bei der Entwicklung von Spritzguss-Formen

Autor / Redakteur: Philipp Grieb und Wolfgang Lynen / Stefanie Michel

Ohne eine effiziente Simulation, wie sie mit Moldflow möglich ist, kommt heute kaum eine Formentwicklung aus. Die Software unterstützt die spritzgussgerechte Konstruktion von Produkten, sodass Spritzgussformen schneller entstehen können. Zudem können die Anzahl der praktischen Versuche und aufwendige Nacharbeiten reduziert werden.

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Verpackungen und Behälter für die Nahrungsmittelindustrie mit dünner Wandstärke werden oft mit zwei unterschiedlichen Komponenten gefertigt (farbig und transparent).
Verpackungen und Behälter für die Nahrungsmittelindustrie mit dünner Wandstärke werden oft mit zwei unterschiedlichen Komponenten gefertigt (farbig und transparent).
(Bild: AWM Mold Tech)

Im Auftrag von verschiedenen Kunden aus der Nahrungsmittelindustrie, der medizinischen Technik, der Konsumgüterindustrie oder aus Branchen, die Bauteile mit besonderen optischen Anforderungen entwickeln und baut AWM Mold Tech aus Muri (Schweiz) Spritzgusswerkzeuge. Die Mitarbeiter des Unternehmens aus dem Kanton Aargau betreuen das komplette Aufgabengebiet von der Entwicklung über die Konstruktion bis zur Herstellung von Formen.

Bauteile sind teilweise sehr groß

Die Werkzeugbauer in Muri beschäftigten sich früher erfolgreich mit optischen Disks und deren Verpackungen, doch durch den Technologiewandel ist dieser Geschäftszweig praktisch entfallen. Daraus entstand ein neuer Schwerpunkt in der Herstellung von Werkzeugen für Bauteile mit optischen Eigenschaften oder Nanostrukturen. Diese Bauteile erfordern eine hohe Oberflächenqualität und Formtreue mit geringsten Rauhigkeiten – Ansprüche, an denen sich die Spezialisten messen lassen wollen.

Die Bauteile sind zum Teil sehr groß. Wie Patrick Zimmermann, Manager Engineering & Development bei AWM berichtet, erhöht dies die Schwierigkeiten in der Fertigung und die Einhaltung der Toleranzen. Für diese optischen Komponenten verarbeitet das Unternehmen Werkstoffe wie Polycarbonat und PMMA (Polymethylmethacrylat; in der Umgangssprache als Acrylglas oder Plexiglas bekannt).

Koinjektion baut Behälterwände von Verpackungen mehrschichtig auf

Für die Nahrungsmittelindustrie produziert AWM vor allem Verpackungen und Behälter mit dünner Wandstärke, die oft mit zwei unterschiedlichen Komponenten gefertigt werden: beispielsweise farbig und transparent. Ebenso werden Produkte mit Einlegeteilen aus Kunststoff und IML (inmold label) oder Spezialverschlüsse für Getränkeverpackungen produziert. Eine besondere Herausforderung dabei ist die sogenannte Koinjektion für Verpackungen: Bei diesem Verfahren werden Behälterwände mehrschichtig aufgebaut, um beispielsweise die Sauerstoffdurchlässigkeit zu unterbinden. Dabei wird eine sauerstoffundurchlässige Innenschicht als zweites Material mit eingespritzt.

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