Holzverarbeitung So klappt der Zuschnitt auf den Zehntelmillimeter

Von Michaela Wassenberg

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Bei vertikalen Plattensägen ist Striebig so etwas wie ein Genrebegriff. Das Konzept spart jede Menge Platz in der Holzverarbeitung. Für die neue Maschine vom Typ Edition 60 lieferte Siko ein digitales Messsystem für die X- und Y-Achse.

Mit der integrierten Plattenabsenkvorrichtung und einem digitalen Messssystem von Siko kommt eine Person alleine beim Plattenzuschnitt mit der vertikalen Säge vom Typ „Edition 60“ zurecht.
Mit der integrierten Plattenabsenkvorrichtung und einem digitalen Messssystem von Siko kommt eine Person alleine beim Plattenzuschnitt mit der vertikalen Säge vom Typ „Edition 60“ zurecht.
(Bild: Striebig AG)

Die Marke ist in der Holzverarbeitung rundum bekannt. Ansonsten gilt die mittelständische Striebig AG aus dem schweizerischen Luzern mit ihren rund 70 Mitarbeitenden eher als einer der Hidden Champions. Vor 60 Jahren tüftelte Schreiner Ludwig Striebig eine vertikale Holzbearbeitungsmaschine aus, mit der er den vertikalen und horizontalen Zuschnitt sehr platzsparend durchführen konnte – und brachte sie in die Serienproduktion. Seitdem entwickelte Striebig die vertikale Sägetechnik kontinuierlich weiter und etablierte Varianten auch mit Automatisierungselementen.

Der Zuschnitt von großen Holzplatten beansprucht viel Raum bei Nutzung horizontaler Plattenaufteilsägen. Eine vertikale Plattensäge ist in vielen Schreinereien und Baumärkten vertreten, weil sie eine enorme Platzersparnis verspricht und einfach und ergonomisch zu bedienen ist. Die Holzplatte wird in einem Sägerahmen in einem Fünf-Grad-Winkel auf Rollen gestellt und angelehnt. Mit einem beweglichen Sägeaggregat kann nun vertikal und horizontal der Zuschnitt erfolgen. Die Maße für die jeweilige Platte können über ein digitales Messsystem von Siko sowohl für die X-Achse als auch für die Y-Achse eingestellt werden. Dabei kommt es Striebig auf hohe Genauigkeit an. Das magnetische Messsystem ermöglicht einen Zuschnitt auf den Zehntelmillimeter genau.

Magnetische Längenmessung funktioniert robust in der Holzbearbeitung

Gerade in der Holzbearbeitung eignen sich magnetische Messsysteme für die Längenmessung. Es handelt sich um ein berührungsloses Verfahren, bei dem ein magnetischer Sensor ein Magnetband in einem definierten Abstand abtastet. „Vorteilhaft sind die Robustheit, Verschleißfreiheit und in unserem Bereich insbesondere die Unempfindlichkeit gegenüber Verschmutzungen z. B. durch Späne und Staub“, erklärt Pius Elmiger, Head of Development & Engineering bei Striebig. „Ein empfindliches optisches System beispielsweise kommt in dieser rauen Arbeitsumgebung nicht in Frage. Mechanische Seilzugsysteme unterliegen wiederum einem höheren Verschleiß, sodass die magnetische Messung das Verfahren der Wahl für unsere Striebig-Sägen ist.“

Die Siko-Messanzeige MA502 ist mit eime LCD-Punktmatrix-Display ausgestattet und hat eine Anzeigengenauigkeit von 10 µm.
Die Siko-Messanzeige MA502 ist mit eime LCD-Punktmatrix-Display ausgestattet und hat eine Anzeigengenauigkeit von 10 µm.
(Bild: Siko)

Bei der neuen Holzbearbeitungsmaschine Edition 60 hat Siko für die Einstellungen der Maße auf der Y-Achse eine weitere digitale Messanzeige MA502 inkl. Magnetsensor MS500 angepasst. Das bestehende autonome Siko-Messsystem für die Maßeinstellung des vertikalen Schnitts auf der X-Achse hat Striebig hier beibehalten.

Die Edition 60 ist eine Weiterentwicklung der handbetriebenen Maschine Standard S von Striebig, die auch über eine integrierte Plattenabsenkvorrichtung verfügt. Das ermöglicht einen fließenden Ein-Personen-Plattenzuschnitt. Wenn unten ein Besäumschnitt erfolgen sollte, musste die Platte bisher von zwei Personen angehoben und gedreht werden und der Schnitt dann oben erfolgen. Dieser zusätzliche Schritt entfällt dank der Plattenabsenkvorrichtung, die die Holzplatte greift, anhebt und festhält. Auf diese Weise ist unten ein präziser Schnitt möglich. Die Grundausstattung ermöglicht zudem kurze Prozesszeiten und einen sicheren, handgeführten Arbeitsablauf.

Die Zweihandbedienung der vertikalen Säge vermeidet die Verletzungsgefahr beim Positionieren der Holzplatten für den Zuschnitt. Das magnetische Messprinzip der Messanzeige eignet sich für raue Umgebungen.
Die Zweihandbedienung der vertikalen Säge vermeidet die Verletzungsgefahr beim Positionieren der Holzplatten für den Zuschnitt. Das magnetische Messprinzip der Messanzeige eignet sich für raue Umgebungen.
(Bild: Striebig AG)

Striebig hat den Sägerahmen zusätzlich stabilisiert; damit können pro Plattenabsenkeinheit 80 kg gehalten werden. Standardmäßig sind zwei Plattenabsenkeinheiten vorgesehen; eine dritte ist optional. Die Edition 60 bedient einen hohen Sicherheitsstandard, da eine Zweihandbedienung integriert ist, sodass der Bediener während des Positioniervorgangs nicht in den Sägebereich hineingreifen und sich verletzen kann.

Das neue Messsystem mit zusätzlichen Funktionalitäten war erforderlich, um bestimmte Offsetwerte, die sich durch die Plattenabsenkvorrichtung ergeben, auf der Y-Achse einstellen zu können. Die Basis für die Weiterentwicklung ist die Siko-Standard-Anzeige MA502, da die angebotene serielle Schnittstelle RS485 bereits passend für die Striebig-Maschinen war.

Zum einen wurde ein Offsetwert für die Mittelauflage benötigt. Ein weiterer Offsetwert ergibt sich durch den Besäumschnitt im unteren Bereich. Dafür wird die Platte mit der Plattenabsenkvorrichtung um 58 mm angehoben. Dieser Versatz markiert den neuen Nullpunkt an der Unterkante der Platte, sodass nun eingestellt werden kann, wie groß der Besäumschnitt ausfallen soll. Zudem wurde das Referenzieren des Messsystems beim Einschalten der Maschine auf die neuen Anforderungen durch die veränderten Nullpunkte angepasst.

Die Messanzeige kann auch einfache freie Texte anzeigen, etwa Warnungen wie Druckluftabfall oder Fehler bei der Plattenabsenkvorrichtung. Mit dieser Ergänzung ermöglicht Siko noch mehr Bedien- und Prozesssicherheit. Zudem lassen sich Infos wie die bereits gelaufenen Netzstunden der Maschine oder des Motors einspielen. Die Messwerte werden von der Steuerung aufgezeichnet und auf der Messanzeige dargestellt.

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* Michaela Wassenberg, Freie Journalistin

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