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Studie

Sparen im Einkauf verursacht erhebliche Mehrkosten

| Redakteur: Simone Käfer

Eine Studie von Emporias ergab, dass für drei Viertel der produzierenden Unternehmen der reine Teilepreis ausschlaggebend ist. Unberücksichtigt bleiben indirekte Kosten wie Steuerungsaufwand oder Ausfallkosten.

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Wählt man den falschen Lieferanten, können ungeplante Mehrkosten beispielsweise für Transport und Steuerung den günstigen Einkauf finanziell umkehren.
Wählt man den falschen Lieferanten, können ungeplante Mehrkosten beispielsweise für Transport und Steuerung den günstigen Einkauf finanziell umkehren.
(Bild: gemeinfrei (Kevin Schneider, pixabay) / CC0)

Ein Ergebnis der Studie „Supply-Chain-Management in Industrieunternehmen” ist, dass in 74 % der befragten Unternehmen der Teilepreis maßgebliches Auswahlkriterium für Lieferanten ist. An der Studie des Beratungsunternehmen Emporias nahmen 100 Einkaufs- und Logistikentscheider aus Industrieunternehmen ab 500 Mitarbeitern teil. „Aus der Praxis hören wir, dass dieses Vorgehen den Unternehmen zunehmend Probleme bereitet”, sagt Carsten Jacobi, Geschäftsführer von Emporias. So komme es bei Lieferanten mit besonders günstigen Teilepreisen etwa aus dem asiatischen Raum häufig zu ungeplanten Mehrkosten für Transport und Steuerungsaufwand. Hinzu kommt ein hoher personeller Aufwand in der Logistikabteilung, bei Liefer- und Qualitätsproblemen sowie mit Blick für Formalitäten und den Datenaustausch. Vermeintliche Einsparungen im Einkauf tauchten dann an anderer Stelle als Mehrkosten auf, ohne dass die Zusammenhänge im System deutlich werden.

Hauptgrund für die mangelnde Transparenz sind der Studie zufolge unzureichende Kostenrechnungs- und Datenmodelle im Controlling. So geben zwei Drittel der befragten Entscheider an, dass die Kosten ihrer Lieferkette nicht ausreichend zugeordnet und in Abhängigkeit zueinander ausgewiesen werden. Das Problem sei nicht, dass jede Abteilung mit unterschiedlichen Systemen arbeitet, sondern dass „es an geeigneten Modellen zur Berechnung der Gesamtkosten und ihrer vollständigen und genauen Verteilung auf die Verursacher fehlt”, meint Jacobi. Dabei gibt es ihm zufolge Lösungen, etwa das Total Cost of Supply Chain (TCSC). Zwar verfolgten viele Unternehmen inzwischen diesen Ansatz, scheiterten aber entweder daran, ein individuell für ihren Betrieb passendes Rechenmodell zu entwickeln oder die zur Berechnung notwendigen Daten zusammenzuführen. Die sind besagte Einsparungen im Einkauf, die woanders als Mehrkosten wieder auftauchen.

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