Elektromobilität Standardisierung und Modularisierung sollen Durchbruch für Elektromobilität bringen

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Maschinenbau macht es vor, jetzt soll das Erfolgsrezept auch der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen: Unter dem Motto „Auf dem Weg in die Großserie – mit Standards und Baukästen zu bezahlbaren Antriebskonzepten“ treffen sich Fachleute am 12. und 13. September zum 5. Expertenforum Elektrische Fahrzeugantriebe in Fellbach.

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„Lithium-Ionen-Akkus können in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen“, sagt Dr. Thomas Schlick, Partner bei Roland Berger.
„Lithium-Ionen-Akkus können in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen“, sagt Dr. Thomas Schlick, Partner bei Roland Berger.
(Bild: Itasse)

„Die Kunden wollen keine rollende Verzichtserklärung, sondern den gewohnten Komfort zu bezahlbaren Kosten“, umriss Dr. Harald Naunheimer, Leiter F&E bei ZF Friedrichshafen und Vorsitzender des E-Motive-Boards, die Anforderungen an Elektroautos. „Das geht nur über Standardisierung und Skaleneffekte“, sagte er.

Standardisierung darf Innovation in der Elektromobilität nicht behindern

Die Standardisierung werde derzeit bei VDMA und VDA durch gemeinsame Forschungsprojekte vorangetrieben. „Wichtig dabei ist, dass die Standardisierung die Innovation nicht behindert, diesen Balanceakt muss man schaffen“, forderte Naunheimer bei der Eröffnung des Expertenforums.

Weniger Entwicklungskosten, schnellere Markteinführung und eine bessere Qualität nannte Dr. Markus Klausner, Entwicklungsleiter Elektrofahrzeug- und Hybridsysteme bei Bosch, als Gründe für die Standardisierung. Derzeit würden die Lastenhefte der Automobilhersteller für Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs stark voneinander abweichen, obwohl die Anforderungen letzten Endes vergleichbar seien. Auch kostentreibende Erzeugnismerkmale seien nicht standardisiert, was stark individualisierte Entwicklungen von den Zulieferern erfordere.

Elektrischer Antriebsstrang im Auto hat noch viel Potenzial zur Standardisierung

Bei funktionalen Merkmalen wie der Leistungselektronik gelte es, die Varianten über ein gutes Variantenmanagement zu beherrschen. Bei nichtfunktionalen Merkmalen wie Gehäuse, Kühlern und Steckern wären hingegen Standards anzustreben. „Für den elektrischen Antriebsstrang ist noch ein großes Potenzial zur Standardisierung vorhanden“, resümierte er.

Um Potenziale von Lithium-Ionen-Akkus zu untersuchen, haben der VDMA und die Unternehmensberatung Roland Berger eine Studie zum Marktpotenzial eines standardisierten Lithium-Ionen-Batteriesystems erstellt. Heute würden zwar nahezu alle Handys, Laptops oder MP3-Player ihre Energie aus Lithium-Ionen-Batterien beziehen, und auch der Trend zur Elektromobilität sei ohne Lithium-Ionen-Akkus kaum denkbar. Denn im Vergleich zu herkömmlichen Stromspeicher-Techniken wie NiMH- oder Blei-Akkus böten Lithium-Ionen-Batterien eine deutlich höhere Lebensdauer und Energie-Effizienz. Dennoch seien die Potenziale der Lithium-Ionen-Technik bislang kaum erschlossen.

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