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Rohrbiegen/Profilbiegen

Standards machen Anwendern und Biegeexperten das Leben leichter

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Veränderbare Wanddicke für Leichtbauteile macht zusätzliches Biegekriterium nötig

Die Querschnittsform der Biegebauteile, die dazugehörigen Herstellungsverfahren und damit verbundene Werkzeugauswahl sind von entscheidender Bedeutung. Kategorisiert wird in jeweils geschlossene und offene sowie symmetrische und unsymmetrische Profile. Gestiegene Leichtbauanforderungen können mehr und mehr durch den Einsatz von Bauteilen mit veränderbarer Wanddicke realisiert werden. Dies wird mit dem Kriterium Wanddickenänderung berücksichtigt. Hiermit wird unterschieden, ob es sich um ein Bauteil mit konstanter Wanddicke oder um ein Bauteil mit über der Länge variabler Wanddicke handelt.

Bei Letzterem wird noch weiter unterteilt in die heute gebräuchlichen Tailored Tubes und die Tailored Profiles. Dabei steht der Begriff „Tailored“ für maßgeschneiderte Bauteile, deren Wanddicken an spätere Betriebsbelastungen angepasst werden, um Material und Gewicht einzusparen. Bei Tailored Tubes ändert sich somit die Wanddicke, die im einfachsten Fall ihrer Herstellung zu Biegebauteilen führt. Die Distanz zwischen dem Außendurchmesser des Dorns und dem Innendurchmesser des Rohres variiert durch Änderungen der Bauteil-Wanddicke und muss für den Biegeprozess berücksichtigt werden. Noch anspruchsvoller ist die Biegung von Tailored Profiles, da hierfür spezielle Anpassungen aller Biegewerkzeuge vorgenommen werden müssen.

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Die Bauteilqualität wird bereits bei der Verfahrensauswahl berücksichtigt

Aufgrund des globalen Wettbewerbs ist die Qualität der Endprodukte von entscheidender Bedeutung, um auf dem Weltmarkt unter hohem Konkurrenzdruck zu bestehen. Die Tendenz zur stetigen Erhöhung der Qualitätsanforderungen wird über die Qualitätskriterien bei der Verfahrensauswahl berücksichtigt [7]. Das Kriterium Form- und Lageabweichungen definiert die zulässigen Abweichungen des Biegebauteils von der Sollgeometrie.

In Kategorie 1 sind große Abweichungen möglich, die von nahezu allen Biegeverfahren realisiert werden können. In Kategorie 2 sind nur geringe Abweichungen erlaubt und diese sind in der Regel noch mit allen Halbzeugen, deren Toleranzen innerhalb der Norm liegen, zu erreichen. Kategorie 3 erfordert aufgrund der engen Bauteiltolerierung eine genauere Begutachtung des Fertigungsverfahrens und die Auswahl von Halbzeugen mit engen Toleranzen hinsichtlich der Genauigkeit zu Form- und Lagetoleranzen. Gerade für Einbausituationen in Sichtbereichen sind qualitativ hochwertige Oberflächen von entscheidender Bedeutung.

Um dieses bei der Verfahrensauswahl zu berücksichtigen, gibt der Oberflächenfaktor Aufschluss über zulässige Oberflächenbeschädigungen. Unterschieden wird in drei Kategorien, angefangen bei zulässigen Abweichungen von der Oberflächenqualität (tiefe Kratzer, Riefen sowie geometrische Abweichungen am Innenbogen) über leichte Abweichungen (keine technischen und funktionellen Einbußen) bis hin zu makellosen Oberflächen.

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