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Je nach konkreter Substanz kann bereits eine Konzentration von 15 g Staub pro Kubikmeter Luft eine Explosionsgefahr bedeuten. Feuchtigkeit, Temperaturgrenzwerte, der maximale Explosionsdruck, der zum Beispiel bei Leichtmetallstäuben besonders hoch ausfallen kann, und einige andere Größen haben ebenfalls Einfluss auf die Risikobewertung. Neben der Strategie, von vornherein möglichst wenige Partikel freizusetzen, diese abzusaugen oder auszufiltern, ist man bemüht, den Sauerstoffgehalt im Gefahrenbereich abzusenken. Unter Umständen ist es dazu möglich, in Behälter oder kleinere Räume ein Inertgas wie Stickstoff einzuleiten. Drittens stehen neben dem Staub und der Umgebungsluft die eigentlichen potenziellen Zündquellen im Zentrum vorbeugender Maßnahmen. Offenes Feuer, Flammen oder Glut sowie triviale Zündquellen, wie achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, sind offensichtliche Risiken, die es zu vermeiden gilt. Daneben sind auch heiße Oberflächen, mechanische oder elektrische Funken oder elektrostatische Entladungen gefährlich.
Nach vorbeugenden Maßnahmen folgt der konstruktive Explosionsschutz
Sind alle praktikablen Vorbeugungsmaßnahmen erschöpft, wird anschließend der darüber hinaus erforderliche Umfang an Schutzmaßnahmen festgelegt und es werden geeignete Betriebsmittel für den Einsatz im Ex-Bereich ausgewählt (Bild 2). Damit verlässt man den Bereich des sogenannten „primären“ und „sekundären“ Explosionsschutzes und wendet sich dem „konstruktiven“ Explosionsschutz zu, denn in manchen Fällen reichen Vermeidungsstrategien nicht aus oder können nicht zuverlässig umgesetzt werden. In diesen Fällen müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die gefährliche Auswirkung einer angelaufenen Explosion auf ein unbedenkliches Maß zu reduzieren. Zum sogenannten „konstruktiven Explosionsschutz“ gehören explosionsfeste Bauweisen, Explosionsdruckentlastungen, Explosionsunterdrückungen oder Explosionssperren.
Zonen und Gerätekategorien charakterisieren das Sicherheitsniveau
Patentrezepte zu Staubexplosionsschutz-Maßnahmen gibt es nicht. Jede Anlage ist auf die speziellen Ansprüche des Betreibers sowie der Produktion zugeschnitten. Wesentlich für die Analyse der Gefährdungspotenziale ist zunächst die Einteilung von staubexplosionsgefährdeten Bereichen in Zonen. Die Häufigkeit und Dauer des Auftretens einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre werden beurteilt: Je höher und länger sie ausfallen, desto höher sind die Anforderungen an dort eingesetzte Geräte.
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