Metallersatz Substitution von Druckgussteilen durch Kunststoff-Spritzgussteile – eine Erfolgsgeschichte

Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Der Umstieg von Metalldruckguss zum Kunststoff-Spritzgießen verläuft sehr erfolgreich. Über die Gründe sprachen wir mit Thomas Wutke, Vertriebsleiter der Akro-Plastic GmbH in Niederzissen.

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Akro-Plastic-Vertriebsleiter Thomas Wutke: „Die Form folgt der Funktion. Daher sind die Unterschiede zwischen Metallen und Kunststoffen eher gering.“ Bild: Akro-Plastic
Akro-Plastic-Vertriebsleiter Thomas Wutke: „Die Form folgt der Funktion. Daher sind die Unterschiede zwischen Metallen und Kunststoffen eher gering.“ Bild: Akro-Plastic
( Archiv: Vogel Business Media )

Steigende Anforderungen hinsichtlich der Kosten- und Gewichtsreduktion bei Metalldruckgussteilen haben eine Substitutionswelle zugunsten von Kunststoffen ausgelöst, insbesondere in der Automobilindustrie, aber auch im Sanitärbereich und im Maschinenbau. Wie beurteilen Sie den damit verbundenen Aufwand für eine Neukonstruktion der Teile?

Wutke: Grundsätzlich ist anzumerken, dass der Ersatz von Druckgussmetallen durch technische Thermoplaste bereits seit über 15 Jahren sehr erfolgreich praktiziert wird. Dabei gilt grundsätzlich die Devise: Die Form folgt der Funktion. Daher sind die Unterschiede zwischen Metallen und Kunststoffen eher gering. Auch verfahrenstechnisch wird bei beiden Werkstoffen auf ein quasi identisches Werkzeugkonzept zurückgegriffen, so dass der temporäre Umbau von Druckgussformen bereits die Herstellung brauchbarer Kunststoffteile ermöglicht.

Wie beurteilen sie die Notwendigkeit einer Neukonstruktion bei Werkstoffwechsel aufgrund der niedrigeren mechanischen Kennwerte von Kunststoff?

Wutke: Eine der großen Stärken der Metalle ist sicher deren hohe Steifigkeit, die über 80000 MPa liegt. Insofern muss bei der Auslegung der Bauteile für den Einsatz von Kunststoff hier ein besonderes Augenmerk liegen. Unter Zuhilfenahme moderner Konstruktionsmittel und Methoden ist dies aber mit vergleichbarem bis minimal erhöhtem Aufwand machbar. So werden mit den Hochleistungskunststoffen Akroloy PA und Akromid T von Akro-Plastic E-Moduln erreicht, die bis über 20000 MPa liegen.

Gibt es Fälle, bei denen sich Substitution von Metall zu Kunststoff auf den reinen Werkstoffwechsel begrenzen lässt?

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