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Häufig wird von Druckgießern die höher Kriech- und Dauerschwingfestigkeit als Vorteile von Metallteilen angeführt. Wie beurteilen Sie diese Behauptung aus Sicht eines Anbieters von Hochleistungskunststoffen?
Wuttke: Die Fragen nach Kriechfestigkeit und Dauerschwingfestigkeit lassen sich häufig nicht einfach beantworten. Während bei den Druckgussmetallen Praxiserfahrungen über viele Jahrzehnte vorliegen, befinden wir uns bei den Kunststoffen teilweise noch in den Anfängen. Von daher sind häufig aufwändige Langzeituntersuchungen fällig, um die sichere Erkenntnis über die Eignung von Thermoplasten zu erlangen. Viele positive Erfahrungen zeigen aber, dass Hochleistungskunststoffe wie Akromid T (PPA) ein enormes Potenzial besitzen.
Bei den Metallersatzwerkstoffen konzentriert sich Akroplastic auf Polyamid und PPA. Warum beschränkt sich Ihr Unternehmen diesbezüglich auf diese beiden Kunststoffe?
Wutke: Die Substitution von Druckgussmetallen, insbesondere in den Bereichen Automobil- und Sanitärindustrie sowie dem allgemeinen Maschinenbau, stellt in ihrer Gesamtheit Anforderungen an die Werkstoffe, die von hoher Grundzähigkeit über hohe mechanische Belastbarkeit bis zu hoher chemischer Beständigkeit gegenüber vielen chemischen Medien reichen. In dieser Kombination ergänzt mit einem Einsatztemperaturbereich von –40 bis +130 °C – in der Spitze sogar 200 °C – stellen aliphatische wie auch teilaromatische Polyamide eine Basis mit einem ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis dar. Auf Grund der mehr als zwanzigjährigen Erfahrung in der Compoundierung von Polyamiden liegt hier unser größtes Know-how. Wir sind überzeugt, uns mit diesen Polyamid-Werkstoffen in Zukunft noch nachhaltiger bei der Metallsubstitution etablieren zu können.
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