Finanzierung

Supply Chains fit für die Kreditklemme machen

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Dass sein Produkt hierzulande trotzdem noch weitgehend unbekannt ist, wundert Arno Schneider, Geschäftsführer der WCF Finetrading GmbH, nicht: „Deutschland ist in Sachen Forderungsverkauf noch in der Entwicklung“, erklärt der Münchener.

Andere Länder seien da schon weiter, heißt es bei dem Unternehmen. In Frankreich und Großbritannien liegt der Anteil des Forderungsverkaufs am BIP bei über 10%. Deutschland übersprang erst 2010 die 5%-Hürde.

Finanzdienstleister bezahlt Lieferantenforderung beim Finetrading

Dabei ist Schneiders Finanzprodukt praxistauglich und lösungsorientiert: Ein Finanzdienstleister bezahlt die Lieferantenforderung. Dadurch kann das bestellende Unternehmen das Skonto voll ausschöpfen und ein längeres Zahlungsziel entlastet die Kassen.

Dafür fordert WCF eine Gebühr von seinem Kunden, die im Vergleich zu den Kreditkosten bei der Bank oft höher ist. „Finetrading kostet Geld – wie jede gute Dienstleistung“, erklärt Schneider. „Unsere Dienstleistung richtet sich an den Mittelstand mit Einkaufslinien zwischen 250.000 und 15 Mio. Euro. Die großen Konzerne nutzen andere Finanzierungsformen“, erläutert der Manager.

Er und sein Unternehmen verstehen sich als Händler und nicht als Banker. „Für uns steht die Ware, das Produkt im Vordergrund“, erklärt der Geschäftsführer. Globale Entscheidungswege oder Richtlinien, wie beispielsweise Basel III, kennt WCF nicht. „Wir entscheiden selber, was wir wann und in welchem Umfang finanzieren“, unterstreicht Schneider.

Umsatzsteigerungen zwischen 10 und 15% mit Finetrading machbar

Sein Argument, das viele überzeugt: Mit Finetrading können seine Kunden mehr an Umsatz erwirtschaften, der Deckungsbeiträge liefert. Das kann Michael Schwienbacher vom Maschinenbauer LST Group bestätigen. „Wir können mit Finetrading unseren Umsatz jährlich zwischen 10 und 15% steigern“, erklärt der Bayer. Das Finanzinstrument trägt per anno zu einer Ergebnisverbesserung von 400.000 bis 600.000 Euro bei.

Seit 2007 arbeiten die Herrschinger mit zehn Lieferanten und WCF zusammen. Die Umsetzung im Arbeitsalltag ist einfach. Über ein Internetportal sind Zulieferer und Finetrader angebunden. „Die Bonität von WCF ist herausragend und deshalb haben unsere Lieferanten Vertrauen in den Prozess“, weiß Schwienbacher.

Mehr Lieferantenkredit und weniger Working Capital mit Finetrading

Apropos Bonität: In nur zwei Wochen arbeiteten sich die Münchener WCF-Experten durch die Bücher, um die Bonität von LST zu prüfen und die Firma als Kunden aufzunehmen. Ein Unternehmensberater brachte Finetrading damals ins Spiel. „Wir wollten unsere Kreditlinie beim Lieferanten erhöhen und den Hebel am Working Capital ansetzen“, beschreibt Schwienbacher die Ausgangssituation.

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