Der Finanzmann konnte dank WCF das Zahlungsziel der Firma auf bis zu 120 Tage strecken. „Dadurch haben wir keine Einschränkungen in der Produktion und können ohne Probleme weiterarbeiten“, erklärt Martetschläger, der seit 2008 den Finetradern vertraut.
Keine große Sorgen wegen der Euler-Hermes-Kreditlinie
Schnell will seine Erfahrungen und die Vorteile weitergeben und empfiehlt deshalb das Instrument auch seinen Hauptkunden. „Alternative Finanzierungsformen sind im Mittelstand gefragt. Das klassische Bankdarlehen verliert an Bedeutung“, prophezeit Martetschläger. Die Bankfinanzierung sei nicht mehr das allein seligmachende am Markt, ist man sich bei Schnell sicher.
Die Euler-Hermes-Kreditlinie im Hintergrund bereiten dem Allgäuer keine Sorgen. „WCF bekommt dort auch Sonderkonditionen und wir sind als Unternehmen sehr gut aufgestellt.“ Etwas anders sieht das Michael Schwienbacher von LST: „Man ist in gewisser Weise abhängig von den Kreditversicherern. Das hat uns in der Vergangenheit teils auch ein wenig Bauchschmerzen bereitet, denn im Hintergrund sitzt ein nicht bekannter Riskmanager, der die Kreditlinie unter Umständen schnell zusammenstreichen kann. Durch die starke Position der WCF ist es uns jedoch immer gelungen, uns mit dem Kreditversicherer zu einigen – insbesondere in der Krise.“ Deshalb fällt sein Fazit positiv aus: „Das Produkt ist sicher, unbürokratisch und einfach umzusetzen“, freut sich Schwienbacher.
Finetrading verbessert Position gegenüber Zulieferern
Für beide Unternehmen lohnt sich das Finetrading. Vielleicht aus deshalb, weil sich ihre Positionen gegenüber ihren Zulieferern verbessert haben. Der Abnehmer wird dank dem Finetrader stärker und kann Forderungen besser durchsetzen. Gleichzeitig erhält er vom Lieferanten noch mehr Wertschätzung, denn es besteht kein Ausfallrisiko mehr. Das ermöglicht ganz neue Verhandlungen in der Wertschöpfungskette und dürfte mehrere Unternehmen interessieren.
Ähnlich sieht das WCF-Mann Schneider. Er rechnet für 2012 mit einem zweistelligen Wachstum für sein Finanzprodukt. „Globale Beschaffungsstrategien werden weiter zunehmen – zeitgleich aber auch die Anforderungen an die Zahlungsmethoden“, prognostiziert er. Bei den Finetradern ist man sicher: Lieferanten werden immer mehr Vorschusszahlungen fordern, während die Abnehmer erst nach Prüfung der Ware zahlen möchten. Ein Spannungsverhältnis, das Finetrading langfristig auflösen könnte.