Finanzierung

Supply Chains fit für die Kreditklemme machen

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Als Kriseninstrument tauge Finetrading allerdings nicht, so der Geschäftsführer. „Auf den ersten Blick erscheint das Finanzierungswerkzeug eher teuer, aber es rechnet sich vor allem für Firmen, die saisonale Spitzen abdecken müssen, deren Kreditlinie bei den Banken eingeschränkt ist oder die sehr stark wachsen“, erklärt Schwienbacher.

Banken beobachten die Konkurrenz am Markt genau

Das hört WCF-Mann Schneider gerne und legt nach: „Jedes Unternehmen, das schon einmal einen Auftrag wegen Liquiditätsengpässen verloren hat, wird sich unser Modell durchrechnen.“ Das hat auch Schwienbacher, der sich selber eher als konservativ in Finanzfragen einschätzt. „Wir haben das Produkt kritisch geprüft, können es aber weiterempfehlen“, sagt der Oberbayer. Auch seine Hausbank bescheinigt dem Finanzierungsmodell eine gewisse Cleverness.

Nicht alle Banker und Verbandsmanager sehen das so. „Wir stehen innovativen neuen Finanzierungsformen aufgeschlossen gegenüber. Diese müssen jedoch vom Volumen her, von der Konstruktion sowie bezüglich Transparenz und Effizienz den klassischen Instrumenten klar überlegen sein und dem Kunden erkennbare Vorteile bringen“, erklärt Hans Schmid vom Sparkassenverband Bayern gegenüber diesem Magazin. Begeisterung hört sich wohl anders an.

Die Äußerung verwundert, denn in einem internen Schreiben der Sparkassen, das der Redaktion vorliegt, heißt es: „Finetrading – das innovative Reverse-Factoring-Modell für den Mittelstand.“ Von einer „unbürokratischen“ Lösung und „Vorteilen für die vermittelnden Sparkassen“ sprechen die Autoren sogar.

Skonto lässt sich mit Finetrading voll ausschöpfen

Aber auch manche Wirtschaftsverbände sehen Finetrading trotzdem eher kritisch: Für gut aufgestellte Unternehmen sei das Produkt mit den verlangten Margen wenig interessant, heißt es oft. Das Argument der Kosten bekommt Schneider immer wieder zu hören. „Wir arbeiten projektbezogen. Der Unternehmer kann sich also selber die Frage beantworten, wie viel Handel er mit uns treiben will. Denn durch Finetrading kann er das Skonto voll ausschöpfen und sogar mehr Skonto als Bonus für sich rausholen“, erklärt der WCF-Manager. Der pfiffige Verhandler ist also gefragt.

So einer wie Peter Martetschläger von der Schnell Motoren AG aus Amtzell. Die Allgäuer nutzen das Instrument bei ihren Schlüssellieferanten und konnten noch mal 1% mehr Skonto raushandeln. „Wir setzten Finetrading bei standardisierten Gütern wie Wärmetauschern oder Motoren ein. Bei individuellen Zuliefererprodukten ist das Finanzierungsmodell etwas schwieriger anzuwenden“, gibt Martetschläger zu.

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