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Serie: So optimieren Sie Ihren Schaltschrankbau Teil 6: Die Zukunft liegt im Zusammenspiel der Lösungen

Im vorausgegangenen Teil unserer Serie konnten Sie über die Erfahrungen eines italienischen Schaltschrankbauers lesen und wie harmonisierte Abläufe seinen Durchsatz spürbar beschleunigen. Doch in der Zukunft des Schaltschrankbaus liegen noch Potenziale brach. Erst im Zusammenspiel der Lösungen lässt sich die Effizienz nochmals steigern.

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Dr. Christian Dülme, Business Development Manager bei Weidmüller
Dr. Christian Dülme, Business Development Manager bei Weidmüller
(Bild: Weidmüller)

Im klassischen Schaltschrankbau ist überwiegend Handarbeit gefragt – eine natürliche Fehlerquelle. Und nicht nur das: Manuelle Tätigkeiten bedingen einen hohen Zeitaufwand und aufeinander abgestimmte Fertigungsabläufe. So binden allein die Arbeitsschritte Projektieren und Konstruieren der Stromlaufpläne über 50 Prozent des Arbeitsaufwandes. Summiert man die vielen manuellen Arbeitsschritte beim mechanischen Bestücken und Verdrahten, haben diese Tätigkeiten an der gesamten Arbeitszeit einen Anteil von über 70 Prozent und sind somit die größten Zeitfresser, die die Studie „Schaltschrankbau 4.0“ der Universität Stuttgart ermittelt hat.

Individuelle Lösungen sind gefragt

Wer künftig die Effizienz im Schaltschrankbau weiter steigern will, der sollte deshalb ganzheitlich denken. Darüber sprach der MM Maschinenmarkt mit Dr. Christian Dülme, bei Weidmüller verantwortlich für den Bereich automatisierter Schaltschrankbau: „Nur das Zusammenspiel von Automatisierungslösungen und Assistenzsystemen mit perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten bietet künftig Optimierungspotenzial.“ Wichtig sei das Zusammenspiel von dem, was man verarbeiten will und dem, womit man es verarbeitet. Für Dülme bedarf es dafür Lösungen, die auf die individuellen Anforderungen des Kunden ausgerichtet sind. „Erforderlich ist eine Beratung, die es dem Kunden ermöglicht, bei der Auswahl und Integration dieser Lösung in seinen Prozess, passgenau die Verbrauchsmaterialien der Zukunft zu bekommen, sprich Reihenklemmen oder Markierer, die eben für seine Anlagen und Werkzeuge zugeschnitten sind.“

Wer im Schaltschrankbau maßgeschneiderte Lösungen anbieten will, der muss aus einem breiten Portfolio schöpfen können. Salopp formuliert Christian Dülme: „Wir bieten unseren Kunden den gesamten Blumenstrauß.“ So werde Weidmüller neben den klassischen konventionellen Handwerkszeugen und halbautomatischen Lösungen vermehrt das Thema Vollautomatisierung spielen. Man werde jedem Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten können – abhängig vom Durchsatz und den vorherrschenden Rahmenbedingungen in der Produktion.“

In der Praxis unterscheiden sich die Fertigungsabläufe der einzelnen Unternehmen durchaus. Je nach Konzept gelten unterschiedliche Anforderungen. So kann der Schaltschrankbauer auf eine Arbeitsvorbereitung setzen und dabei die jeweiligen Fertigungsschritte separieren; oder er arbeitet im klassischen One-Piece-Flow, also ein Mann, ein Schaltschrank. Für Christian Dülme heißt das: „Wir betrachten die gesamte Wertschöpfungskette des Schaltschrankbauers und schauen, wie wir die einzelnen Prozessschritte optimieren können. Und das muss bei einem Schaltschrankbauer, der vielleicht den gleichen Output hat wie ein anderer, nicht dasselbe Lösungsrepertoire erfordern.“

Für fundierte Entscheidungen bedarf es Kennzahlen

Wer die Effizienz in der Fabrik verbessern will, der kann dies nur mithilfe von Kennzahlen. Anhand vergleichbarer Kennzahlen kann man die einzelnen Arbeitsabläufe untereinander bewerten. Nur so lassen sich fundierte Entscheidungen fällen – und nicht aus einem Bauchgefühl heraus das Für und Wider abwägen, welche Lösung Sinn macht. Dieser Ansatz heißt bei Weidmüller Workplace Solutions, bei der der Schaltschrankbauer entscheiden kann, welche Lösung für ihn die richtige ist: die handwerkliche, halbautomatische oder die vollautomatische. Diese Lösungen entwickelt man in Detmold ständig weiter.

Aktuell im Fokus: Weidmüllers erste vollautomatische Lösung im Bereich Workplace Solutions. Sie heißt „Klippon® Automated RailLaser“ und ist eine Anlage zum vollautomatisierten Beschriften vorbestückter Tragschienen. Markierer einzeln zu bedrucken ist damit passé, es entfallen die zeitraubenden Nebenzeiten wie das Herausbrechen separater Markierer nach dem Bedrucken, das Zuordnen des Markierers zur jeweiligen Komponente sowie weitere Fertigungsschritte und Folgekosten. Was sich damit an Zeit und Kosten sparen lässt, bilanziert Christian Dülme: „Bei einer etwa einen Meter langen Tragschiene dauert es je nach Konfiguration um die 40 Minuten. Mit unserem neuen Laser geht das in nur noch fünf Minuten.“ Eine gigantische Effizienzsteigerung, die der Weidmüller-Experte mit bis zu 90 Prozent beziffert. „Natürlich abhängig vom Durchsatz beim Kunden.“ Der Einsatz einer solchen Anlage rechne sich durchaus, wenn der Kunde etwa eine halbe Million Markierer im Jahr bedrucken muss.

Halbautomatische Kabelkonfektion als Einstieg

Nicht nur bei Markieren ist der Weg zur Vollautomation vorgezeichnet, sondern auch bei der Kabelkonfektion. Return-of-Investment-Zeiten von wenigen Jahren verspricht Weidmüller dem, der den ersten Schritt geht und auf halbautomatische Kabelkonfektion setzt. Diese Einstiegslösung für die Vollautomation verspricht Effizienzgewinne bis 80 Prozent. „Schon einfach dadurch, dass ich einen digital gesteuerten Prozess habe, der Fehlermöglichkeiten reduziert“, untermauert Christian Dülme seine Einschätzung. „Zudem kann ich andere Anforderungen an den Werker vor Ort stellen und so rasch einen besseren Output erzielen.“ Mag man über die Größenordnung an Effizienzsteigerung von Fall zu Fall diskutieren, eines ist nach Ansicht von Christian Dülme unstrittig: „Die realisierten Effizienzgewinne sind wesentlich höher als bei der reinen Komponentenbetrachtung früherer Jahre!“

Segel setzen in der Flaute

Nicht allein der technische Fortschritt prägt die Zukunft des Schaltschrankbaus, unterschiedlichste Einflüsse wirken auf die Branche ein, denen sie sich stellen muss: Fachkräftemangel, internationaler Wettbewerbsdruck, variable Losgrößenfertigung und natürlich Digitalisierung. Der klassische Produktvertrieb stößt dann schnell an seine Grenzen. Deshalb benötigt der Schaltschrankbauer kompetente Partner, die ihn bei der Orientierung unterstützen. „Wir wollen unseren Kunden einen Kompass bieten, der ihnen hilft, für sich einen optimalen Weg zu definieren und zeigt, wie sie dabei vorgehen sollen. Ein Weg, der zum einen aus Lösungen besteht, zum anderen aus Beratungsleistung“, beschreibt Christian Dülme das Weidmüller-Angebot. „Wir bieten deshalb Connectivity Consulting unterstützend zum klassischen Vertrieb an. Ein Team von erfahrenen Praktikern aus Konstruktion und Schaltschrankbau, die nicht nur die ganze Welt unserer Produkte kennen, sondern auch praktische Unterstützung beispielsweise in der Konstruktion bei der Integration von digitalen Daten oder im Schaltschrankbau bei Prozessoptimierungen mit Lean Management-Ansätzen bieten.“ In Zeiten voller Auftragsbücher bei gleichzeitigem Fachkräftemangel sind solche Beratungsleistungen besonders gefragt. Der aktuelle Rückgang der Konjunktur hat für Christian Dülme durchaus seine guten Seiten. Dann heißt es, die Segel für die Zukunft setzen: „Schaltschrankbauer haben jetzt wieder die Möglichkeit, sich mit ihren Prozessen auseinanderzusetzen.“ Sein Rat: Schaltschrankbauer sollten sich fitmachen für die Zukunft, für die Zeit, wenn die Konjunktur wieder anläuft, „dass sie dann einfach eine ganz andere Skalierbarkeit und ein robustes Prozess-Setup haben.“

Vollautomatisierung – in der Fertigung bleibt dabei die Flexibilität oft auf der Strecke. Vollautomatische Lösungen kombiniert mit entsprechenden Assistenzsystemen versprechen jedoch einen gangbaren Weg, eingeschränkte Freiheitsgrade zu kompensieren. Es gehe darum, das optimale Zusammenspiel von Vollautomatisierung und Assistenzsystem zu finden. „Wir arbeiten stark an diesem Thema – auch gemeinsam mit anderen Unternehmen“, verrät Weidmüller-Experte Dülme: „Auch in Zukunft wird es keine vollautomatischen Lösungen geben, die genauso flexibel arbeiten wie der Mensch.“

Fazit

Vollautomatisierung im Schaltschrankbau ist keinesfalls nur etwas für die ganz Großen. Noch ist die Effizienz nicht in allen Prozessschritten ausgeschöpft. Der Schaltschrankbauer der Zukunft muss seine Prozessabläufe weiter optimieren. Es gilt: Eine wesentliche Rolle spielen dabei nicht nur neue technische Lösungen, sondern gefragt sind auch Beratungsleistungen. Der Fokus liegt im Zusammenspiel der Lösungen.

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