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Der Markt für Reinigungstechnik in Deutschland umfasst schätzungsweise 1000 Akteuere auf der Anbieterseite. Die Branche ist mittelständisch strukturiert. Als der FAR die Studie vor gut drei Jahren publizierte, wurde der Branchenumsatz der industriellen Teilereinigung auf etwa 20 Mrd. Euro geschätzt.
Teilereinigung wird zu wertschöpfendem Prozess
Eine starke Position insbesondere im Umfeld der internationalen Automobilindustrie hat die Dürr Ecoclean GmbH mit den Werken Filderstadt und Monschau. Manfred Hermanns, Vertriebsleiter im Bereich Automobilindustrie in Deutschland und verantwortlich für die Geschäftsentwicklung im Bereich Powertrain bei Dürr Eccoclean: „In den letzten Jahren hat sich die Teilereinigung in der Automobilindustrie von einem lästigen Übel zu einem wertschöpfenden Prozess entwickelt.“ Noch vor einigen Jahren wurde sie dort als relativ unwichtig für die Wertschöpfung angesehe:. Gereinigt wurde im Wesentlichen, um Bauteile von den Spänen zu befreien, damit der nächste Bearbeitungsprozess ohne Einschränkung durchgeführt werden konnte.
„Heute redet man von Bauteilsauberkeit und Reinigungsprozessen zur Sicherstellung der Produktqualität“, stellt Hermanns fest. Folglich dürfte jeder seriöse Anbieter und Anwender wissen, welche Prozesse erforderlich sind, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
„Die Erfahrungen, die hier beide Seiten gesammelt haben, waren oft schmerzlich, führten in der Summe jedoch zu heute realistischen Einschätzungen“, meint der Vertriebsmanager. „Die Automobilisten haben verstanden, dass es diese Qualität nicht zu den Kosten gibt, die noch vor Jahren ausreichend waren.“ Die Budgetierung neuer Anlagen erfolge heute sehr viel zielgerichteter auf Basis der Bauteilanforderungen.
Höhere Qualitätsansprüche steigern Anforderungen an die Teilereinigung
Hinzu kommt, dass die Anforderungen durch das Downsizing in der Motoren- und Getriebeentwicklung zu sehr viel höheren Qualitätsanforderungen geführt haben. Akzeptierte man früher noch Restschmutzwerte im Milligrammbereich, sind diese heute auf maximale Partikelgrößen im Mikrometerbereich beschränkt.
Dieser Trend hat in den vergangenen Jahren nicht nur zu einer anderen Sichtweise auf die Reinigungstechnik geführt, sondern löste auch einen regelrechten Nachfrageboom aus, der lediglich von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2009 kurz unterbrochen wurde.
Eine weitere Herausforderung für die Reinigungstechnik in der Automobilindustrie ist die zunehmende Vielfalt der Motoren. So führte das Downsizing zu einer Steigerung der Leistungsdichte. Um den Motor herum gab es daher eine Reihe von Entwicklungen, wie Turbolader, variable Nockenwellensteuerungen, Benzin- und Dieseleinspritztechnik, Doppelkupplungs- und Automatikgetriebe. Dazu kam der Einsatz neuer Werkstoffe.
Downsizing der Motoren erhöht Bedarf an Teilereinigung
Diese Entwicklung hat zu einem Zusatzbedarf an qualitativ hochwertiger Reinigungstechnik geführt, der bei steigender Anzahl an Motor- und Getriebevarianten wirtschaftlich mit sickenden Losgrößen zurecht kommen musste. Folglich können die heutigen Anlagen wesentlich flexibler den Bauteilvarianten angepasst werden.
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