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Einfache Applikationstechnik ermöglicht reibungslose Integration in die Prozesskette
Je nach Anwendung kann die Applikationstechnik sehr unterschiedlich sein. So gibt es nasschemische Verfahren wie Sprühen, Rollen, Rakeln, Rotationsbeschichten (spin coating), Tauchen (dip coating), Fluten sowie elektrochemische Techniken, zum Beispiel die Galvanisierung.
Im Falle des Maschinenherstellers Bihler stand der Wunsch nach einer möglichst einfachen und praktikablen Lösung im Vordergrund, die sich problemlos in den bisherigen Produktionsprozess integrieren lässt. Schon im Rahmen der Herstellung des Schichtmaterials sollen möglichst ideale Voraussetzungen für die Einhaltung des hohen Qualitätsstandards an das Endprodukt geschaffen werden:
Korrodieren einzelner Maschinenkomponenten vermeiden
Die Kunden von Bihler erwarten bei Lieferung nicht nur in technischer, sondern auch in optischer Hinsicht ein einwandfreies Ergebnis. Korrodieren einzelne Maschinenkomponenten, ist das ein Qualitätsverlust, den es zu vermeiden gilt.
Bei einer zeitaufwendigen Maschinenmontage müssen manche Komponenten für mehrere Monate ohne Qualitätseinbußen zwischengelagert werden. Kommt es dabei zur Korrosion, geht kostbare Zeit für die Rostentfernung im Nachgang verloren. Grundsätzlich problematisch ist, dass sich Korrosionsflecken nie hundertprozentig und ohne optische Beeinträchtigung entfernen lassen.
Aus diesem Grund versieht Bihler bis zu 2 m × 1 m große Maschinenkomponenten aus Grauguss mit der temporären Oberflächenveredelung Permaseal Metal 109. Dabei handelt es sich um ein Beschichtungssystem aus einem gängigen Lack – in diesem Fall auf Epoxidharzbasis – und einem Sol-Gel-Lackanteil. Beim Aushärten von Sol-Gel-Lacken kommt es in einem flüssigen Medium, zum Beispiel in Alkohol, zu einer chemischen Reaktion. Bei Einhaltung bestimmter Reaktionsbedingungen entstehen nanostrukturierte Materialien (Bild 1 – siehe Bildergalerie).
Vom Wegfall des Einölens profitiert die Fertigung
Bei Bihler wird die nanoskalige Beschichtung mit einem Schwamm leicht aufgebracht. Die Aushärtung erfolgt bei Raumtemperatur. Eine anlagen- oder gerätetechnische Umstellung war bei Einführung des Produkts demnach nicht erforderlich. Der temporäre Schutzfilm ist transparent, nicht schmierend und wird rückstandslos entfernt – alles Vorteile, die bei Bihler im Vergleich mit eingeölten Oberflächen zu einer deutlichen Erleichterung im Produktionsprozess führen.
Früher wurden die Bauteile eingeölt, wodurch der optische Charakter der Metalloberfläche verloren ging. Die Idee des Oberflächenspezialisten Nanogate, eine dünne, rückstandsfreie Schutzschicht als temporären Korrosionsschutz aufzutragen, klang daher vielversprechend. Um die Oberflächenveredelung vorab auf ihre Anwendbarkeit zu überprüfen, hat Bihler einen Härtetest durchgeführt und dazu eine teilweise beschichtete Metallplatte nach China verschifft (Bild 2).
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