Spritzgießen

Thermoplast-Schaumspritzgießen spielt seine Stärken endlich aus

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Je größer die Bauteilserie ist, desto mehr spricht für das Mucell-Verfahren. Seit Trexel Ende des Jahres 2005 die Lizenzgebühren für die Bauteilherstellung abgeschafft hat, verzeichnet Traut „eine enorme Zunahme der Verfahrensakzeptanz“. Sie hat auf dem Markt einen Nachfrageschub ausgelöst, der sich auch in den Auftragsbüchern der Hersteller von Spritzgießmaschinen bemerkbar gemacht hat. „Aufgrund der Lizenzgebühren war das Verfahren für die Bauteilhersteller teuer und nicht kalkulierbar“, schildert Reiner Schmid, Anwendungstechniker beim Loßburger Maschinenhersteller Arburg. „Heute bezieht sich die Lizenz nur noch auf den Kauf einer Anlage, sodass diese sehr flexibel zum Einsatz kommen kann.“

Gewichtseinsparung verbessert Akzeptanz

Die zunehmende Akzeptanz des Verfahrens registriert Schmid „vor allem im Hinblick auf die Gewichtseinsparung“. So treibt die Automobilindustrie immer stärker den Leichtbau voran. Sie ist heute einer der Hauptanwender des Verfahrens. Zu den weiteren großen Anwendern zählt Traut die Hersteller von Büromaschinen und „weißer Waren“.

Inzwischen profitieren die Anwender davon, dass Trexel mit den Maschinenherstellern Arburg, Kraus-Maffei und Engel eine Vertriebsvereinbarung getroffen hat. So agiert der Loßburger Maschinenhersteller Arburg seit Jahresbeginn als Generalunternehmer für das Mucell-Verfahren. Spätestens seitdem, so der Arburg-Fachmann, „verspüren wir eine steigende Nachfrage“.

Nachrüstungsgeschäft entwickelt sich positiv

Diese Entwicklung schlägt sich bereits deutlich bei den verkauften Spritzgießmaschinen nieder. So berichtet Andreas Handschke, bei Krauss-Maffei als Technologie-Manager für das Mucell-Verfahren zuständig, von einem guten Anstieg bei den Stückzahlen des Münchener Maschinenherstellers in den vergangenen beiden Jahren. Auch das Nachrüstungsgeschäft entwickle sich positiv. „Die Situation am Markt hat sich komplett geändert“, stellt der Krauss-Maffei-Manager fest. „Früher war man wegen der hohen Lizenz- und Investitionskosten eher zurückhaltend.“

Heute geht es dagegen verstärkt um die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und Qualität. Das physikalische Schäumen ermögliche die Umsetzung zweier scheinbar gegensätzlicher Anforderungen, konstatiert Handschke.

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