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Spritzgießen

Thermoplast-Schaumspritzgießen spielt seine Stärken endlich aus

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Sichtbares Merkmal einer Spritzgieß- maschine für ge- schäumte Formteile ist die beigestellte Hochdruckdosier- anlage. (Bild: Krauss-Maffei)
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Sichtbares Merkmal einer Spritzgieß- maschine für ge- schäumte Formteile ist die beigestellte Hochdruckdosier- anlage. (Bild: Krauss-Maffei)

Obwohl das Schäumen von Spritzgießteilen Einspareffekte und Qualitätsverbesserung verspricht, dauerte es lange, bis es bei den Maschinenherstellern einen Nachfrageschub ausgelöst hat. Er kam mit dem günstigeren Zugang zum Mucell-Verfahren, das den Markt für physikalisch geschäumte Spritzgießteile beherrscht.

Was Trexel für die Herstellung von Leichtbauteilen empfiehlt, ist Luft als füllendes Baumaterial. Der Verfahrensspezialist rät, einen Teil des Kunststoffs beim Spritzgießen durch das Luftgas Stickstoff zu ersetzen. Es wird unter hohem Druck als flüssiges Gas in den Plastifizierzylinder von Spritzgießmaschinen gepresst. Dort vermischt es sich mit der Kunststoffschmelze. Fällt der Druck im Werkzeug so stark ab, dass sich das Gas aus der Schmelze löst, kommt es zur Zellbildung. Dieser physikalische Prozess des Schäumens lässt sich mit dem Aufschrauben einer Mineralwasserflasche vergleichen.

Anwendungspotenzial im Leichtbau weckt Bedarf bei Automobilteilen

Öffnet sich das Werkzeug, erhält man geschäumte Spritzgießteile. Im Vergleich zu geometrisch gleichen Kompaktteilen wiegen sie deutlich weniger. Bei 70 Bauteilgruppen, die etwa 88 kg eines Automobils ausmachen, hat Trexel das Einsparpotenzial berechnen lassen. In der Summe liegt der Einspareffekt bei 7 kg. Wird die Bauteilkonstruktion der Werkstoffstruktur gerecht, kann die Gewichtseinsparung auf 16 kg gesteigert werden.

Dieses Leichtbaupotenzial wird in der Automobilindustrie zunehmend wahrgenommen. Das lässt sich anhand einer wachsenden Anzahl verkaufter Spritzgießmaschinen zeigen. Jedoch wurde der einst prognostizierte Weltmarktanteil noch nicht erreicht. „Das 5%-Ziel bleibt weiterhin als Ansporn stehen“, ist Dr. Hartmut Traut, Business Director der Trexel GmbH, Wiehl, vom Markterfolg des Verfahrens überzeugt.

Mucell dominiert den Markt für physikalisch geschäumte Spritzgießteile

Seit gut zehn Jahren wird das für das Thermoplast-Schaumspritzgießverfahren Mucell von der Trexel Inc., Woburn (USA), vermarktet. Es dominiert den Markt für physikalisch geschäumte Spritzgießteile. Ein Grund dafür ist sicher die Vorreiterrolle, die Trexel beim physikalischen Schäumen von Spritzgießteilen seit langem spielt. Sie spieglelt sich laut Traut im „weltweiten Support“ bei den Anwendungen wider. So werden die Kunden in Europa von Wiehl aus betreut.

Ergänzendes zum Thema
 
Verschobene Anwendungsgrenzen erfordern Korrekturen in den Köpfen

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