Werkstoffe Thermoplastische Elastomere werden immer mehr zum Gummiersatz

Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Thermoplastische Elastomere (TPE) setzen sich zunehmend als Substitutionswerkstoff zu Gummi durch. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in verbesserten Gebrauchseigenschaften. Das große Plus bleibt jedoch die thermoplastische Verarbeitbarkeit.

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Nach einer Vollbremsung bezeugt Reifengeruch, dass Gummi immer noch ein wichtiger Werkstoff in der Automobilindustrie ist. Jedoch wird die Konkurrenz unter den elastomeren Werkstoffen stärker. So hat Gummi heutzutage in Automobilen nur noch dann eine Existenzberechtigung, wenn thermoplastische Elastomere (TPE) den technischen Anforderungen nicht genügen. Das war bereits ein Fazit aus der Automobilindustrie vor gut zehn Jahren.

TPE wird Gummi im Gebrauch immer ähnlicher

An dieser Entwicklung hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil: Die Anwendungen der Werkstoffklasse TPE nehmen weiterhin zu. Den Grund dafür sehen die Hersteller in einer zunehmenden Annäherung wichtiger Eigenschaften. „TPE wird Gummi im Gebrauch immer ähnlicher“, erläutert Entwicklungsingenieurin Anke Sutschek von der Dupont International S.A. in Genf. Jüngste Fortschritte betreffen die Temperatur-, Kraftstoff- und Ölbeständigkeit. Sie sollen TPE den Zugang in den Motorbereich öffnen, nachdem eine Reihe von Anwendungen bereits außerhalb des Motorraums erschlossen wurden.

Thermoplastische Elastomere mit etablierten Verfahren verarbeitbar

Hochgeschwappt ist die Substitutionswelle jedoch aufgrund eines werkstofflichen Unterschieds. Trotz gummielastischer Eigenschaften lässt sich TPE wie ein thermoplastischer Kunststoff verarbeiten – und damit auch rezyklieren. So bieten sich zur Verarbeitung etablierte Verfahren der Kunststoffindustrie an: wie das Spritzgießen, Extrudieren, Blasformen und Rotationsgießen.

Sie sorgen heute für eine hohe Produktivität wie bei Kunststoffteilen. „In der Massenproduktion sind die Vorteile auf der TPE-Seite“, stellt Michael Pollmann fest, der als Mitglied der Geschäftsleitung der Kraiburg TPE GmbH & Co. KG in Waldkraiburg für den Vertrieb in Europa zuständig ist.

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