Werkstoffe

Thermoplastische Elastomere werden immer mehr zum Gummiersatz

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Im Gegensatz dazu hat sich der Hersteller Kraiburg TPE, der laut Pollmann „alle drei Absatzbereiche zu gleichen Teilen“ abdeckt, auf TPE-S spezialisiert: die Gruppe der Styrol-Blockcopolymere. „TPE-S war zum Zeitpunkt der Spezialisierung etwas völlig Neues und versprach viele verwertbare Vorteile“, berichtet der Vertriebschef Europa. Im Moment wird bei Kraiburg TPE die Medizintechnik als Absatzbereich dafür aufgebaut. Schließlich ist mit der allgemeinen Wirtschaftskrise das Substitutionspotenzial nicht verschwunden. Vor der Krise waren die Produktionsmengen – so Pollmann – „bei allen Gruppen mehr oder weniger steigend – insbesondere bei TPE-S, gefolgt von TPE-V“.

TPE-Produktion wächst zweistellig

Die Produktionsmengen hatten in den vergangenen Jahren teilweise zweistellige Zuwachsraten. So berichtet Sutschek von durchschnittlich 10% Wachstumsraten im Jahr bei TPE-E von Dupont innerhalb der letzten Dekade. In diesen Zeitraum schätzt die Dupont-Ingenieurin die Mengensteigerung aller TPE-Werkstoffe auf jährlich 6 bis 8% in Europa. Als wesentlicher Grund wird die Etablierung als Ersatzwerkstoff angesehen. „TPE hat eine höhere Wachstumsrate als Gummi“, sagt Sutschek. Jedoch auch das Substitutionspotenzial zu Weichkunststoffen wird immer noch als hoch bewertet.

Thermoplastische Elastomere sind frei von gefährlichen Weichmachern

Dieses Potenzial hat bereits vor der Jahrtausendwende hohe Wellen geschlagen. Thermoplastische Elastomere enthalten keine bedenklichen Weichmacher. So öffnete das europäische Verbot von Weich-PVC für Kinderspielzeug den Consumer-Bereich für diese Werkstoffklasse.

Inzwischen hat dieser Vorteil überall Gewicht erhalten – und fließt in Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit ein. „TPE wird zukünftig mehr Umweltverträglichkeit demonstrieren müssen“, sagt Tousan. Beim Rohstofflieferanten Dow, der dabei auf olefinbasierte Elastomere setzt, stellt man daher die komplette Prozesskette zur Diskussion: Prozesssicherheit, Leichtbaupotenzial und Rezyklierfähigkeit.

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