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Die thermoplastische Verarbeitbarkeit ist das große Plus, das thermoplastische Elastomere im Vergleich zu Gummi bieten. Damit wucherte man von Anfang an. Noch vor gut 20 Jahren fand TPE vor allem dort Anwendung, wo Gummi in der Verarbeitung nicht mithalten konnte. So entfallen der Vulkanisationsvorgang – die irreversible Warmaushärtung – und das Nachtempern.
Das führt zu einer enormen Zeitersparnis. Im Vergleich zu Gummi, wie dem vulkanisierten Ehtylen-Acrylat-Elastomer, das heute im Motorraum bei Dichtungen und Schläuchen zur Anwendung kommt, kann die Verarbeitungszeit einen sehr kleinen Bruchteil betragen.
Voraussetzung dazu ist ein thermisch reversibles Werkstoffverhalten: TPE kann durch Wärmezufuhr wieder aufgeschmolzen werden. Verantwortlich dafür ist ein zweiphasiger Werkstoffaufbau. So besteht jeder TPE-Werkstoff aus thermoplastischem Kunststoff und Gummi, die als Segmente sogenannte Blockcopolymere oder in Form einer mikroheterogenen Phasenverteilung Elastomerlegierungen bilden.
Der Kunststoff sorgt dabei für das plastische, der Gummi für das elastische Verhalten. Diese Kombination ist für Filip Tauson von der Dow Europe GmbH im schweizerischen Horgen bezüglich des Leistungsspektrums noch lange nicht ausgereizt.
Typenvielfalt nimmt innerhalb der Werkstoffklasse TPE zu
So sieht der Manager für Produktmarketing beim Rohstofflieferanten Dow Möglichkeiten in einer wachsenden Spezialisierung. Innerhalb der Werkstoffklasse TPE nehme die Typenvielfalt weiter zu. Basis dafür ist eine fast unbegrenzte Vielzahl von Möglichkeiten für den Werkstoffaufbau. Sie bietet nicht nur Potenzial für anwendungsbezogene Verbesserungen, sondern laut Tauson auch viel Spielraum für kreative Anwendungen. Haptik, Einfärbbarkeit, niedriges Gewicht und Kombinierbarkeit spielen dabei eine Rolle. Ein wichtiges Erfolgskriterium als Designwerkstoff sei der „Soft-Touch-Effekt“.
TPE schließt Lücke zwischen Thermoplast und Elastomer
TPE schließt damit die Lücke zwischen Thermoplast- und Elastomerwerkstoffen. „Diese Werkstoffklasse vereint wichtige Eigenschaften für Verarbeiter, Produktentwickler und -designer“, sagt Kraiburg-Vertriebschef Pollmann. Erkannt hat man dieses Potenzial von Beginn an in der Automobilindustrie.
Umgesetzt wird es in der Regel von Herstellern und Verarbeitern thermoplastischer Kunststoffe – mit Ausnahmen wie dem Hersteller Kraiburg TPE, der aus einem Gummiwerk hervorgegangen ist und daher von der Stellung als etablierter SEBS-Compoundeur profitiert. Außerdem gibt es reine Elastomerverarbeiter, die mit TPE-Produkten ihr Portfolio erweitern. Darüber hinaus spielen in der TPE-Prozesskette Compoundeure eine wichtige Rolle.
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