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Unterwasserförderung

Thermoplastisches Verbundrohr als Stahl-Alternative

Die M-Pipe, ein thermoplastisches Verbundrohr von Magma Global, wurde vor Kurzem durch die DNV GL, eine globale Qualitätssicherungs- und Risikomanagementgesellschaft, zertifiziert. Es ist damit das erste seiner Art.

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Verschiedene Ausführungen der M-Pipe.
Verschiedene Ausführungen der M-Pipe.
(Bild: Magma Global)

Das Rohr basiert auf dem thermoplastischen Verbundstoff Peek-Composite von Victrex. Mit der Zertifizierung hat es die weltweit erste eines Unterwasserleitungsprodukts nach DNVGL-RP-F119 erhalten, wie Victrex mitteilt. Mit der Richtlinie F119 definiert DNV GL die empfohlene Praxis für Pipelines in der Offshore-Öl- und Gasförderung.

Wie verschiedene Tests ergeben hätten, qualifiziere sich die M-Pipe für dynamische Surface-to-Seabed-Anwendungen. Die erfolgreiche Zertifizierung durch die externe DNV GL unterstreiche die Haltbarkeit des Produkts sowie die der verwendeten Materialien, heißt es.

Qualifiziert für verschiedene Unterwassereinsätze

Die Zertifizierung F119 umfasse mehr als 50 standardisierte Tests, denen ein thermoplastisches Verbundrohr während des Entwicklungsprozesses unterzogen wird. So sollen Ausfallarten, kritische Eigenschaften und die Belastungsgrenzen der eingesetzten Materialien festgestellt werden. Jede Entstehungsstufe werde unabhängig getestet – von den Eigenschaften der einzelnen Komponenten bis hin zur vollständigen Konstruktion des thermoplastischen Verbundrohrs.

Die M-Pipe erfülle hohe Spezifikationen und reduziere nachweislich Risiken und Kosten für Steigleitungen, Jumper, Interventions- und Bohrlinien in diversen Unterwasseranwendungen. Sie sei in Tiefen von bis zu 10.000 Fuß einsetzbar und halte einem Druck von bis zu 15 ksi (umgerechnet rund 103 MPa) stand.

Alternative zu Stahlrohren

Der Einsatz der M-Pipe könne sowohl Risiken als auch Kosten für Offshore-Betreiber reduzieren, heißt es. Das Verbundrohr sei wenig wartungsintensiv und besitze eine längere Lebensdauer als Stahl, da es nicht korrodiere.

Insgesamt nimmt laut Victrex das Interesse an thermoplastischen Verbundwerkstoffen bei Unterwasseranwendungen zu. Gründe hierfür seien die Korrosionsbeständigkeit sowie die Leistungsfähigkeit in Sauergas und anderen aggressiven Chemikalien, die in der Öl- und Gasindustrie verwendet werden.

Eingesetzt wird die M-Pipe aktuell etwa in einer 2,5 km langen Flowline von Tullow Oil vor Westafrika.

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