Panzerknackende Abstürzer Rheinmetall-Kamikaze-Drohnen gehen an Bundeswehr

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Rheinmetall, heißt es, liefert der Bundeswehr künftig Drohnen, die als Loitering Munition über dem Zielgebiet kreisen und sich dann selbstständig auf ein Ziel stürzen, wenn eins gesichtet wurde ...

Mit der FV-014 von Rheinmetall steht ab nächstem Jahr der Bundeswehr ein günstiges Abwehrmittel zur Verfügung. Das System wird zwar als Kamikaze-Drohne bezeichnet, ist aber eigentlich flugfähige Munition für den Einmaleinsatz. Jetzt geht es in die Serie ...(Bild:  Rheinmetall)
Mit der FV-014 von Rheinmetall steht ab nächstem Jahr der Bundeswehr ein günstiges Abwehrmittel zur Verfügung. Das System wird zwar als Kamikaze-Drohne bezeichnet, ist aber eigentlich flugfähige Munition für den Einmaleinsatz. Jetzt geht es in die Serie ...
(Bild: Rheinmetall)

Das Bundeswehr-Beschaffungsamt hat in Koblenz einen Auftrag an Rheinmetall für Kamikaze-Drohnen von über 300 Millionen Euro unterzeichnet. Wie viele Drohnen das sind, bleibt aber geheim. Die Lieferung soll in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen. Hergestellt werden die smarten Killerflugkörper übrigens in Neuss. Die Bestellung des Drohnen-Modells FV-014 geschieht außerdem gemäß eines Rahmenvertrags, der Insidern zufolge ein Volumen von einer Milliarde Euro veranschlagt. Insgesamt gehe es um eine 5-stellige Anzahl an Drohnen. Die Konkurrenten Stark und Helsing haben übrigens ähnliche Rahmenverträge und bereits Aufträge bekommen, weswegen Rheinmetall als Nachzügler zu betrachten sei. Der Panzerbauer und Munitionsfabrikant musste die Drohne auch erst neu entwickeln, heißt es weiter, und den Markt überzeugen. Die Drohnen sind für den oben genannten Zweck mit Sprengstoff respektive panzerbrechender Hohlladung bestückt, die etwa 600 Millimeter homogene Panzerung durchschlagen kann, wobei auch Splitterwirkung stattfindet. Sie können aber auch nur zur Aufklärung eingesetzt werden.

Bundeswehr kann mit Loitering Munition schneller reagieren

Streng genommen seien es eigentlich gar keine Drohnen, denn es handelt sich um Munition, weil diese Waffensysteme nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen seien. Für den Rheinmetall-Chef Armin Papperger ist alles gut gelaufen: „Mit der FV-014 wird die Bundeswehr ein weiteres Waffensystem erhalten, mit dem sie eigene Kräfte schützen und kritische Ziele schnell, kontrolliert und wirksam bekämpfen kann!“ Rheinmetall werde das System schon sehr bald im industriellen Maßstab in hohen Stückzahlen produzieren können. Die Drohnen haben übrigens eine Reichweite von maximal 100 Kilometern und ihr Gefechtskopf wiegt inklusive Zündvorrichtung rund vier Kilogramm. Bis zu 70 Minuten können sie sich in der Luft halten und dabei potenzielle Ziele beobachten. Die fliegenden Roboter werden außerdem vollständig in der EU produziert. Für die Bundeswehr sei Loitering Munition von Vorteil, weil man damit schneller reagieren und feindliche Ziele präziser bekämpfen könne. Die Reichweite ist nicht zuletzt höher als die von abgefeuerten Artilleriegranaten.

Innovationsklauseln verhindern Überaltern der Systeme

Die flugfähige Munition wird, wie es weiter heißt, von einem Container aus mit einer Zündvorrichtung nach oben geschossen. Einmal in der Luft, entfalten sich und fliegen weiter. Eine Landung und eine erneute Nutzung ist, wie gesagt, nicht vorgesehen. Denn ist die Zeit abgelaufen und kein Ziel gefunden, lässt man die Systeme kontrolliert abstürzen, so ein Rheinmetall-Sprecher. Wichtig bei diesem Waffentyp ist die implementierte Software, die immer kontinuierlich weiterentwickelt werden muss, wie man betont. Die Verträge mit den Drohnen-Lieferanten enthalten deshalb Innovationsklauseln, heißt es von der Bundeswehr. Diese Klauseln verpflichten die Hersteller, die Systeme stets auf dem neuesten Stand zu halten.Ohne eine solche Klausel könnten die heute gekauften Systeme nämlich schon in wenigen Monaten wirkungslos sein, weil der potenzielle Gegner bereits Gegenmaßnahmen ergriffen haben könnte.

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