Tiefbohren Tiefbohrwerkzeug reduziert die Bearbeitungszeit um über 60%

Autor / Redakteur: Roland Rau / Rüdiger Kroh

Das Zusammenfassen der Operationen Bohren, Drehen und Fräsen auf einem Bearbeitungszentrum mit optimierter Werkzeugausrüstung verringert die Bearbeitungszeit eines Wendelverteilers von 26,7 auf nur noch 18 h. Allein ein neues Tiefbohrwerkzeug spart 60% Zerspanzeit ein.

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Die Entscheidung für den Wechsel der Bearbeitungsstrategie ist gefallen, die neue Maschine dafür ist geordert. Jetzt braucht es nur noch die richtigen Werkzeuge, dann kann es gleich losgehen — sollte man annehmen können.

Fertigungstechnische Prozesse optimieren

Doch in der Praxis stellt sich das deutlich anders dar. Am Anfang stand die Forderung, die fertigungstechnischen Prozesse im Werk Treuchtlingen der Krauss-Maffei Technologies GmbH neu zu strukturieren und zu optimieren, um die Bauteile und Baugruppen für Kunststoffmaschinen aktuell und auch in Zukunft wettbewerbsfähig fertigen zu können.

Das Werk Treuchtlingen übernimmt im Produktionsverbund von Krauss-Maffei eine wichtige Funktion, weil dort in den vier Segmenten Hydraulik, Plastifizierung, Extrusion und Komponenten alle relevanten Techniken für die Herstellung unterschiedlichster Werkstücke und Baugruppen im Einsatz sind und somit auch spezielles Know-how vorherrscht. Die mechanische Fertigung erfolgt hauptsächlich auf 40 verschiedenen NC-/CNC-Maschinen, wobei dem Bohren, Fräsen, Drehen und Drehfräsen die größte Bedeutung zukommt.

Pro Monat sind 2000 Aufträge für alle Sparten zu bewältigen

Ist schon allein das Teilespektrum für die Kunststoffmaschinen von Krauss-Maffei sehr breit gestreut, so wird die Teilevielfalt durch die Erledigung von Aufträgen für externe Kunden und Unternehmen der Krauss-Maffei-Gruppe nochmals erweitert. Weil es dabei oft um die Herstellung sehr komplexer Werkstücke geht und weil die Stückzahlen von 1 bis hin zu Kleinserien reichen, bedarf es zur Steuerung der Produktionsabläufe einer durchgängigen Organisation.

Im Werk Treuchtlingen wird deshalb klassischer Sondermaschinenbau betrieben, der jeden Tag an die 50 neue Teile hervorbringt. Parallel dazu sind für alle Sparten pro Monat um die 2000 Fertigungsaufträge mit Stückzahlen 1 bis 40 zu bewältigen.

Die Teile haben sehr unterschiedliche Bearbeitungs- und Durchlaufzeiten und müssen doch absolut termingerecht geliefert werden. Deshalb wird die Fertigung über 30 Kennzahlen gesteuert.

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