Suchen

Regalbediengeräte Transfaster etabliert sich als Alternative für die flurfreie Regalbedienung

| Redakteur: Volker Unruh

Anfang 2002 wurde der Transfaster erstmals der Öffentlichkeit als Alternative zu konventionellen Regalbediengeräten und Schmalgangstaplern vorgestellt. Inzwischen hat das Hauptprodukt der Transstore, eines Unternehmens der Westfalia-Intralogistik-Gruppe, seine ersten Einsätze und Bewährungsproben erfolgreich gemeistert.

Firmen zum Thema

Bild 2: Das Prinzip des Transfasters basiert auf einer Ladeplattform mit Lastaufnahmemittel, die mit vier Seilen an einer Laufkatze befestigt ist. Bilder: Transstore
Bild 2: Das Prinzip des Transfasters basiert auf einer Ladeplattform mit Lastaufnahmemittel, die mit vier Seilen an einer Laufkatze befestigt ist. Bilder: Transstore
( Archiv: Vogel Business Media )

Ungefähr zehn Jahre dauere es, so meinen Experten, bis sich eine neue Technik am Markt durchgesetzt habe. Im Fall des Transfasters ging es schneller. Nachdem das von Arnold Krusche entwickelte Gerät im Januar 2002 in Wassenberg bei Erding öffentlich vorgestellt wurde, können die Verantwortlichen inzwischen auf eine zwar noch kleine, aber feine Referenzliste verweisen, die bereits das breite Spektrum möglicher Einsatzfälle dieser Regalbedientechnik widerspiegelt.

Der Transfaster eignet sich besonders für die Automatisierung geplanter oder bisher manuell mit Schmalgangstaplern betriebener Lager, so die Aussage von Dr. Mirko Doerk, Geschäftsführer der zur Westfalia-Gruppe gehörenden Transstore GmbH, die den Transfaster produziert und vertreibt. Voraussetzung: Das Ladegut sollte nicht kleiner als eine Europalette und nicht erheblich schwerer als 1 t sein (Bild 1).

Außerdem ist der Transfaster-Einsatz noch auf Hochregallager bis 18 m Höhe begrenzt, wenngleich bereits an Lösungen für größere Höhen gearbeitet wird.

Das Lagergerät besteht aus einer Verfahreinheit und einer vertikal beweglichen Hubplattform. Die Verfahreinheit läuft – ähnlich wie die Laufkatze eines Brückenkrans – auf zwei Fahrschienen, die in den Lagergassen seitlich in der obersten Fachebene angebracht sind.

Durch Fahrschienen in unteren Ebenen können mehrere Transfaster in einer Gasse betrieben werden. Mit einer Verlängerung der Fahrschienen in die Vorzone ist eine direkte und flurfreie Bedienung von Bereitstellplätzen außerhalb der Gassen möglich.

Regalbediengerät erlaubt verschiedene Lastaufnahmemittel

Das Lastaufnahmemittel – es können Teleskopgabeln, Satellitenfahrzeuge oder alle gängigen Auszieh- und Schiebevorrichtungen verwendet werden – ist an vier Stahlseilen aufgehängt. Beim Anfahren der vorgesehenen Position im Regal wird es dann mit dem Stahlbau „verpratzt“, also verriegelt, sodass der Teleskoptisch die Lastaufnahme oder -abgabe stabil ausführen kann. Durch die Seilaufhängung bedingte Schwingungen werden durch eine spezielle Berechnung und Steuerung der Fahrkurve extrem minimiert.

Die Ein- und Auslagerleistung eines Transfasters ist mit der eines traditionellen Regalbediengerätes vergleichbar. Somit, so Doerk, sei der Transfaster neben Regalbediengeräten und Schmalgangstaplern die dritte mögliche Lösung zur automatischen Bedienung von Lagern.

Der Transfaster bewährt sich in unterschiedlichen Bereichen

Der Transfaster eignet sich sicher nicht für jedes Lager, doch oft ist er die ideale Lösung. Bereits 2005 wurden zwei Transfaster mit Teleskopgabel bei der Gebrüder Kunze GmbH in Betrieb genommen. Im Produktionslager des Zulieferers für die Automobilindustrie bedienen die Geräte rund 3000 Stellplätze für großvolumige Behälter und Europaletten.

Da zur Verbindung zweier Hallenschiffe ein Tunnel durch das Regal führt, konnte der flurfrei installierte Transfaster eine seiner Stärken gegenüber konventionellen Regalbediengeräten (RBG) ausspielen. Im gleichen Jahr entschied sich die Aluminium Rheinfelden dazu, die Bedienung von 500 Palettenplätzen in ihrem Produktionslager mit einem Transfaster samt Akku-Kanalfahrzeug zu automatisieren.

Im Frühjahr 2008 will Transstore zwei weitere Projekte fertigstellen. Beim schweizerischen Verpackungsspezialisten Borquin werden gerade drei Geräte mit Satellit und eines mit Teleskopgabel installiert. Dadurch wird es möglich, im Kommissionierlager mit rund 8500 Palettenstellplätzen mehrere Querstollen in der Regalanlage mit einem Mann-zur-Ware-Kommissioniersystem zu kombinieren.

Neue Projekte für neuartiges Regalbediengerät

Eine weitere Transfasterlösung soll in einem Produktionslager des schweizerischen Spezialitätenchemiekonzerns Sika ihre Arbeit aufnehmen. Dort werde eine Lagergasse von zwei Geräten gleichzeitig bedient, die in den beiden obersten Regalebenen montiert werden.

Den Anstoß für einen großflächigen Transfaster-Einsatz könnte das Pilotprojekt beim Kontraktlogistiker Dachser geben. Im Gersthofener Fertigwarenlager mit 10000 Plätzen für Euro- und Industriepaletten werden ab Sommer dieses Jahres zwei Transfaster in Betrieb gehen, die beide alle neun Ebenen in den sechs Regalgassen befahren können.

Möglich wird dies durch den sogenannten Transmover, der die Laufkatze des Transfasters von einer in eine andere Gasse umsetzt. Erfüllen sich die Erwartungen der Dachser-Verantwortlichen, könnte der Transfaster schon bald zur Standardausstattung neuer Dachser-Niederlassungen gehören.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 237086)