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Hannover Messe Digital Trumpf Werkzeugmaschinen gewinnt den Hermes Award 2020

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Der Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf erhält 2020 den Hermes Award für Omlox, den open location standard.

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Dr. Matthias Jöst, Comitee Lead Omlox und Céline Daibenzeiher, Marketing Lead Omlox freuen sich über den Gewinn des Hermes-Awards 2020.
Dr. Matthias Jöst, Comitee Lead Omlox und Céline Daibenzeiher, Marketing Lead Omlox freuen sich über den Gewinn des Hermes-Awards 2020.
(Bild: MM Maschinenmarkt/Online-Aufnahme)

Mit dem Produkt Omlox – open location standard zeichnet die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, eine globale und ortungstechnologieunabhängige Lösung aus. Dabei handelt es sich um den ersten offenen Standard für Ortungsdienste.

60 Unternehmen waren an der Entwicklung beteiligt

An der Entwicklung waren mehr als 60 Industrieunternehmen beteiligt. Der Omlox-Standard vereint alle am Markt verfügbaren Ortungsdienste, wie UWB, WLAN; BLE, GPS oder 5G. Diese werden in ein einheitliches Koordinatenreferenzsystem überführt und können für die interne Verwendung auf Edge-Plattformen verfügbar gemacht werden oder aber für die globale Nutzung in einer Cloud. Mit Omlox werden erstmals Informationen aller Ortungs-Technologien verwendbar. Die so gebündelten Positionsdaten ermöglichen eine zielgerichtete Optimierung der Prozessabläufe. Mit dem Omlox-Standard wird ein interoperables Ökosystem geschaffen, in dem die heterogenen technischen Infrastrukturen harmonisiert und dadurch IIOT und Industrie 4.0 für den Mittelstand erschwinglich werden.

Die weitere Vermarktung von Omlox soll über die Profibus-Nutzerorganisation erfolgen.

Prof. Neugebauer würdigt offenen Standard für Ortungsdienste

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft und Vorsitzender der Jury für den Hermes Award, sagte: „Der Hermes Award zeichnet jedes Jahr herausragende, innovative Produkte aus. Auch in diesem Jahr haben wir unter den zahlreichen Bewerbungen einen würdigen Preisträger gefunden: Trumpf Werkzeugmaschinen weist einen Weg in eine vielseitig nutzbare, standardisierte und dennoch flexible Produktionsumgebung. Ausgezeichnet wird der erste offene und interoperable Standard für Ortungsdienste im industriellen Umfeld. Er wurde im Schulterschluss mit 60 Industrieunternehmen entwickelt. Über die integrative Lösung wird der Einsatz von Hardware und Software verschiedener Hersteller bis hin zum Plug-and-play erleichtert, ein Schritt, der von Unternehmen durchweg als sehr hilfreich bewertet wird.“

Preisübergabe erfolgte online

Die Verleihung des Hermes Award 2020 erfolgte aufgrund der Corona-Pandemie im Rahmen des Digital Events der Hannover Messe am 14. Juli. Dabei erhielten alle drei nominierten Unternehmen eine Schatztruhe. Bei der Online-Preisübergabe erhielten alle einen Code mit dem sie die Truhe bei sich im Unternehmen öffnen konnten.

Von 2021 an wird der Gewinner des Hermes Award wieder im Rahmen der Eröffnungsfeier der Hannover Messe geehrt.

Ebenfalls nominiert waren:

  • die Friedhelm Loh Group, Haiger (Hessen): Die nominierte Komplettlösung Oncite macht Daten in vernetzen Fabriken schnell, sicher und einfach verfügbar, damit sie für die digitale Wertschöpfung genutzt werden können. Dabei ist Oncite eine Komplettlösung für die Verarbeitung und Analyse von Industriedaten am eigenen Produktionsstandort. Durch die Edge-Technologie sammelt, speichert und verarbeitet Oncite lokal, ist aber mit Cloud-Lösungen kompatibel. Neu ist die durchgehende Nutzung digitaler Daten in Echtzeit und die sichere Umgebung für digitale Wertschöpfungen. So können Unternehmen ihre Produktionsdaten harmonisieren und KI-basierte Analysen durchführen. Oncite gilt als eine „Keimzelle“ von Gaia-X, dem Projekt zum Aufbau einer leistungs- und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur für Europa.
  • Schneider Electric, Rueil-Malmaison (Frankreich): Nominiert wurde ein SF6-freier Mittelspannungsschalter. SF6 (Schwefelhexafluorid) zählt zu den intensivsten Treibhausgasen. Das Recyling dieses Gases ist darüber hinaus sehr aufwendig. Für den neuen SF6-freien Mittelspannungsschalter wurde eine neue Unterbrechungstechnologie entwickelt. Die Funktionsweise des Schalters beruht darauf, dass beim Öffnen des Schalters der Strom zunächst von der luftisolierten Kontaktverbindung über einen Schwenkhebel auf einen Vakuumschalter wechselt und dann durch den Vakuumschalter im Nulldurchgang des Stromes sicher unterbrochen wird und die offene luftisolierte Kontaktstrecke sicher getrennt ist. Anschließend schwenkt der Hauptkontakt in die Erdungsposition. Durch Erhöhen des Luftdrucks auf 2,5 bar absolut im Schalter sind die Isolationseigenschaften von Luft und SF6 vergleichbar und die Abmessungen der Schalter ähnlich.

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