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Auslandsmärkte

US-Wachstum lockt Produktionsunternehmen

| Autor: Stéphane Itasse

Mit der stellvertretenden Gouverneurin von Connecticut, Nancy Wyman, weihte Pascal Schiefer, geschäftsführender Gesellschafter der Leipold-Gruppe, die erweiterte Produktionshalle ein.
Mit der stellvertretenden Gouverneurin von Connecticut, Nancy Wyman, weihte Pascal Schiefer, geschäftsführender Gesellschafter der Leipold-Gruppe, die erweiterte Produktionshalle ein. (Bild: Leipold-Gruppe)

Für den deutschen Maschinenbau sind die USA nicht nur ein großer, sondern auch ein wachsender Markt. Das zeigt sich auf der einen Seite an den wachsenden Exporten über den Atlantik, auf der anderen Seite erweitern immer mehr deutsche Unternehmen ihre Aktivitäten.

In den USA, dem größten Exportmarkt des deutschen Maschinenbaus, läuft die Konjunktur bereits in diesem Jahr spürbar besser als im vergangenen, wie der VDMA feststellt. Die Ausrüstungsinvestitionen haben deutlich zugelegt, die deutschen Maschinenexporte in die USA sind im ersten Halbjahr 2017 laut Angaben des Verbandes nominal um 7 % gestiegen. Im kommenden Jahr könnte es sogar noch eine leichte Beschleunigung der Investitionen geben. Allerdings sieht VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers in Bezug auf die Regierungspolitik nach wie vor mehr Unsicherheiten als Klarheiten. „Deshalb gehen wir nicht von einer zusätzlichen Beschleunigung unserer Exporte aus, sondern allenfalls von einem weiterhin soliden Wachstum – vorausgesetzt, die protektionistischen Forderungen manifestieren sich nicht in konkretem Handeln“, sagt er.

Leipold hat keine Angst vor US-Handelsbarrieren

Wenig beeindruckt von solchen Bedenken zeigt sich die Leipold-Gruppe aus Wolfach im Schwarzwald. Der Hersteller von Präzisionsteilen hat seine Produktionsfläche im Bundesstaat Connecticut von 1500 auf circa 3000 m² verdoppelt und will damit nach eigenen Angaben seine positive Entwicklung auf dem US-Markt antreiben. „Die USA sind für uns ein wichtiger Wachstumsmarkt. Mit der Erweiterung schaffen wir die nötigen Kapazitäten, um uns in bereits erfolgreichen Branchen zu etablieren und weitere zu erschließen“, sagt Pascal Schiefer, geschäftsführender Gesellschafter der Leipold-Gruppe. Für die Erweiterung des neuen Gebäudetraktes investierte das Unternehmen 3,5 Mio. US-Dollar. Für weitere rund 6 Mio. Euro erweitert der Hersteller seinen Maschinenpark.

Bereits seit 1999 produziert Leipold Drehteile in den USA. Die Entscheidung, eine eigene Produktion in Windsor aufzubauen, fiel seinerzeit vor dem Hintergrund des Buy-American-Dogmas. Ohne eigene Fertigung in den USA wäre dem Unternehmen der Markteintritt deutlich schwerer gefallen, erläutert Schiefer: „Der US-Markt verlangt nicht nur Handelsware aus Deutschland, sondern deutsche Qualität, hersgestellt in den USA.“ Leipold habe daher keinerlei Bedenken hinsichtlich neuer Handelsbarrieren. „Wir zahlen vor Ort Steuern. Wir beschäftigen Mitarbeiter aus den USA. Solche Fakten sind schon immer extrem wichtig für Einkäufer aus den USA gewesen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter.

Als weiteres Unternehmen aus dem Schwarzwald expandiert Schmalz in den USA und hat dort einen neuen Hauptsitz eingeweiht. In das Produktions- und Bürogebäude investierte der Vakuumspezialist nach eigenen Angaben rund 6,5 Mio. Dollar.

Schmalz erwartet weiteres US-Wachstum

In dem Neubau sind auch Räume für Produkttests und Montagearbeiten sowie ein Showroom untergebracht. Laut Dr. Volker Schmitz, Geschäftsführer der Schmalz Inc., ist man am Standort in Raleigh noch nicht am Ende: „Die Schmalz Inc. ist seit der Gründung 1999 stark gewachsen. Heute sind rund 60 Mitarbeitende in Raleigh angestellt – und die Zahl wird in den kommenden Monaten und Jahren weiter steigen. Deshalb planen wir bereits heute, unseren Standort auszubauen.“ Die nächste Erweiterung soll 2018/19 starten.

Auch der Rohrbiegemaschinen-Hersteller Schwarze-Robitec baut seine Niederlassung in den USA aus. Aufgrund der weiterhin steigenden Kundenzahlen bezieht das Kölner Unternehmen laut eigener Mitteilung nur zwei Jahre nach der Eröffnung der Niederlassung neue Büro- und Lagerräume. Das Service- und Vertriebsteam arbeitet nun in direkter Nähe zum Flughafen von Grand Rapids. „Die gute verkehrstechnische Anbindung des neuen Standorts sorgt dafür, dass unsere Spezialisten bei Bedarf zeitnah vor Ort sind und dringend benötigte Teile schneller bei unseren Kunden in Nordamerika und Mexiko eintreffen“, sagt Bert Zorn, Geschäftsführer der Schwarze-Robitec GmbH. Auf dem Gelände steht dem Hersteller von Rohr-Kaltbiegemaschinen ein 200 m² großes Ersatzteillager zur Verfügung. Das Unternehmen bevorratet dort die wichtigsten Ersatzteile für seine Maschinen und kann so schneller und zuverlässiger auf Serviceanfragen reagieren, wie es heißt.

Endress+Hauser erweitert Produktion

Ein weiteres Unternehmen ist der Schweizer Mess- und Automatisierungstechnik-Spezialist Endress+Hauser, der in den USA seine Fertigung ausgebaut hat. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde die Produktion von Raman-Analysatoren in Ann Arbor (Michigan) für 9 Mio. Dollar erweitert, die Nutzfläche wurde auf 8100 m² mehr als verdoppelt . In Greenwood (Indiana), zugleich Sitz der amerikanischen Vertriebsgesellschaft, hat das Unternehmen über 8 Mio. US-Dollar in eine Produktionsstätte mit 3900 m² investiert. Das Werk soll künftig außer Sensorelementen, Thermometern und Schutzrohren auch Messumformer, Komponenten und Rekorder fertigen.

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