Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Neue ifaa-Studie

Vergütungspraxis in der Metall- und Elektroindustrie

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Unternehmen setzen zunehmend auf freiwillige Zusatzleistungen, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das zeigt eine aktuelle Anreiz- und Vergütungsstudie des ifaa.
Unternehmen setzen zunehmend auf freiwillige Zusatzleistungen, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das zeigt eine aktuelle Anreiz- und Vergütungsstudie des ifaa. (Bild: Edgars Sermulis www.stoatphoto.com)

Firma zum Thema

Geld allein ist nicht alles: Immer mehr Unternehmen bieten freiwillige Zusatzleistungen an, um ihren Mitarbeitern zum monatlichen Gehalt zusätzliche Anreize zu geben.

Immer mehr Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie verfolgen eine moderne Vergütungspraxis. Sie beruht darauf, dass Mitarbeiter inzwischen mehr von ihren Arbeitgebern erwarten als die monatliche Gehaltszahlung. Die freiwilligen Zusatzleistungen, sogenannte Fringe Benefits, schaffen für neue und altgediente Mitarbeiter besondere Anreize, sich im Job zu engagieren. Das zeigt auch die aktuelle Anreiz- und Vergütungsstudie des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e.V., kurz: ifaa.

Mitarbeitern Anreize geben

Im Rahmen der Studie wurden 360 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie zu deren bestehenden Vergütungs- und Anreizstrukturen befragt. Der Fokus lag dabei auf den freiwilligen, nicht monetären Zusatzleistungen in insgesamt zehn Bereichen. Dazu zählen unter anderem Weiterbildungen, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Gesundheit.

Vor allem in tarifgebundenen Unternehmen sind die Anreiz- und Vergütungsstrukturen durch die entsprechenden Regelungen der Flächentarifverträge geprägt. Auch in nicht tarifgebundenen Betrieben finden sich entweder an entsprechende Tarifverträge angelehnte Regelungen oder aber andere, unternehmensspezifische Vergütungsstrukturen. Nach wie vor spielen die dort fokussierten Entgeltbestandteile, das Grund- und Leistungsentgelt, eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung von Entgelt und Vergütung.

Die Studie zeigt, dass zunehmend freiwillige Vergütungskomponenten in den Vordergrund rücken, um Mitarbeiter anzuwerben, zu halten oder zu motivieren. Insbesondere Angebote zur Weiterbildung sowie Sozialleistungen, beispielsweise in Form von Verpflegung, Getränken oder kostenlosen Snacks, sind gängige Praxis. Auch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung werden besonders häufig angeboten und adressieren den gesellschaftlichen Trend eines zunehmenden Gesundheitsbewusstseins. Eine weitere beliebte Zusatzleistung ist die betriebliche Altersvorsoge: Sie rangiert weiterhin auf Platz 1.

Flexible Arbeitszeitgestaltung

Zwar liegt den Deutschen eine gute Altersvorsorge nach wie vor am Herzen, doch mit dem digitalen Wandel geht auch eine Veränderung in der Gestaltung von Arbeitszeit und -ort einher. Aus einer älteren Untersuchung der ifaa aus dem Jahre 2016 geht hervor, dass wachsende Möglichkeiten des flexiblen Arbeitens, zum Beispiel von zu Hause aus, als einer der wesentlichen organisatorischen Aspekte von Industrie 4.0 gesehen werden. Für Arbeitgeber ist das Potenzial, über die freie Arbeitszeitgestaltung die eigene Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen und Fachkräfte langfristig zu binden, daher als sehr hoch einzuschätzen.

Dass Unternehmen auf diesen Trend reagieren, zeigt die vorliegende Studie. Immerhin 51 % der befragten Betriebe ermöglichen all ihren Beschäftigten ein Gleitzeitkonto für freie Stunden beziehungsweise Tage, über 80 % zumindest einem Teil der Belegschaft. Teilzeit ist in 49 % der Unternehmen für alle Mitarbeiter möglich. 6 % bieten Vertrauensarbeitszeit für alle Arbeitnehmer an, knapp über 60 % der Befragten immerhin für einen Teil ihrer Mitarbeiter. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei der Möglichkeit des mobilen Arbeitens wie Homeoffice: 5 % bieten dies ihrer ganzen Belegschaft an, rund 55 % der befragten Unternehmen bieten diese Möglichkeit immerhin einem Teil der Angestellten an. Allerdings gilt es zu beachten, dass Schätzungen zufolge lediglich 15 % aller Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie für mobile Arbeit geeignet sind.

Employer Branding in der Industrie 4.0

Fachkräfte

Employer Branding in der Industrie 4.0

03.11.17 - Echte Talente sind gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und Industrie 4.0 sehr gefragt. Die eigene Employer Brand aktiv zu gestalten, ist dabei das A und O für alle, die auch morgen noch mit erfolgreichen Teams zusammenarbeiten wollen. lesen

Die Zukunft der Arbeit – Sind Sie dabei?

Arbeitswelten

Die Zukunft der Arbeit – Sind Sie dabei?

06.12.17 - In Zukunft erwarten uns beträchtliche Veränderungen in der Arbeitswelt, denen wir frühzeitig begegnen müssen. Das sind die Ergebnisse einer internationalen Expertenbefragung zur Zukunft der Arbeit. lesen

* Weiter Informationen: Ifaa-Studie „Anreiz- und Vergütungssysteme in der Metall- und Elektroindustrie – Verbreitung von nicht monetären und monetären Zusatzleistungen“, Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in 40474 Düsseldorf, Tel (02 11) 54 22 63-0, info@ifaa-mail.de, www.arbeitswissenschaft.net

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45114163 / Karriere)

Dossier Maschinensicherheit 2019

Funktionale Sicherheit in allen Facetten

Ohne geht's nicht: Maschinensicherheit steht bei Konstrukteuren und Entwicklern ganz oben auf der Prioritätenliste – Hier die spannendsten Artikel der letzten Monate rund um die Funktionale Sicherheit in einem Dossier zusammengefasst. lesen

Sonderausgabe elektrotechnik AUTOMATISIERUNG

Konstruktion & Integration von Industrierobotern

Der Roboter als Komponente und Joker: In der Sonderausgabe "Robotik & Automation" erhalten Sie Tipps, Tricks und Praxis-Insights für Konstruktion, Automation und Integration von Insutrierobotern. lesen