Leichtbau Verschiedene Diätmaßnahmen führen zu abgespeckten Greifern
Ob durch neue Werkstoffe oder konstruktive Maßnahmen, das Ziel ist es, möglichst wenig Masse bewegen zu müssen. Daher sollen auch Greifer immer leichter werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Werkstoff CFK, aber auch die Eignung von Metallschäumen wird untersucht.
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Nichts ist definiert im Leichtbau. Es gibt weder Kenngrößen noch Verhältniszahlen. Leichtbaugreifer sind für Hersteller wie Entwickler aber ein großes Experimentierfeld, bei dem Material- und Strukturleichtbau miteinander im Wettbewerb stehen. Ein Überblick zeigt, dass es unentschieden steht.
Leichtbaugreifer praktisch stets teurer als Pneumatikgreifer
Bionischer Rüssel, Greifer aus Holz, Greifer mit generativ gefertigten Gitterstrukturen – höchst kreativ gehen Entwickler auf der Suche nach dem idealen Greifer vor. Im industriellen Alltag geht es weniger spektakulär, aber deswegen nicht weniger kreativ zu. Wenn man das Geld dafür hat.
Hendrik Mütherich, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart weiß das genau: „Leichtbau ist, was die Entwicklungs- und Fertigungskosten angeht, im Vergleich zu konventionellen Techniken meistens teurer.“ Eines sei klar, zum Preis eines Pneumatikgreifers gebe es keinen Leichtbaugreifer.
Einen Greifer ein bisschen leichter zu machen, ist noch kein Leichtbau. Aber wer immer Greifer entwickelt, ist natürlich bestrebt, den neuen Greifer leichter zu machen als das Vorgängermodell. Mütherich unterscheidet drei Varianten: „Leichtbau ist nicht nur ein Werkstoffthema, sondern hat auch einen konstruktiven Aspekt, den Struktur- oder Formleichtbau. Als dritte Möglichkeit gibt es den Systemleichtbau.“
Bei der Greifer-Entwicklung den gesamten Baukasten im Blick behalten
Mit einem systematischen Ansatz sieht Marc Zingg, Geschäftsführer der Schweizer Afag Automation AG, das Thema: „Leichtbau fängt für uns beim Greifer an, endet jedoch nicht am Montageflansch des Greifers.“ Zu dem relativ neuen, aber bereits bekannten Präzisionsgreifer PG12 kommt jetzt zur Motek ein passender, auf Diät gesetzter Kompaktschlitten. Zingg: „Wir schauen bei der Entwicklung eigentlich nie ein Modul isoliert an, sondern haben immer den gesamten Baukasten im Blick.“
Klare Grenzen, ab wann ein Greifer ein Leichtbaugreifer ist, gibt es nicht. „Leichter bauen“ ist seit jeher eine wichtige Disziplin für die Entwickler. Im Vergleich zwischen Alt und Neu lässt sich das gut nachvollziehen, wie Matthias Poguntke, Leiter Produktmanagement Greifsysteme bei der Schunk GmbH & Co. KG, bemerkt: „Wenn man den auf der Motek gezeigten CFK-Greifer mit dem Standardmodell vergleicht, haben wir das Gewicht halbiert.“
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