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Ein weiterer Aspekt bei der Bearbeitung des Hilfsrahmens war auch die Schmierung und Kühlung des Zerspanungsprozesses. Beim Einsatz von Kühlemulsion hätte sich der Hohlkörper mit der Zeit mit Kühlmedium aufgefüllt. Es wäre sehr zeit- und kostenintensiv geworden, das Werkstück wieder zu entleeren.
Späneförderer im Maschinenbett integriert
Deshalb ist bei dieser Art Strukturbauteil die Minimalmengenschmierung (MMS) wirtschaftlich und technisch sinnvoll. Den MMS-Einsatz unterstützt das VKM-Prinzip in idealer Weise, weil das Werkstück sich auf der vierten und fünften Achse über einem 850 mm breiten Späneförderer befindet, der im Maschinenbett integriert ist. Beide Kammern werden so über denselben Förderer entsorgt.
Dieses Prinzip konnte sich schon in mehreren Strukturteilprojekten bewähren, welche in den letzten Jahren mit Automobilzulieferern durchgeführt wurden. Bei derartigen Turnkey-Projekten (schlüsselfertigen Anlagen), geht es meist nicht nur um Einzelkomponenten, sondern um die Gesamtanlage: Die Maschinenhersteller sind deswegen auch in der Gesamtverantwortung, die Aufgaben zum Erfolg zu führen. Wenzler sieht das nicht als Nachteil, sondern als zwingend erforderlich, denn im Vorfeld einer Investition muss der Prozess ausgelegt werden.
Speziell der Hilfsrahmen zeigt hier recht eindeutig, dass das Know-how, die Automatisierung, die Spannvorrichtungen und die Werkzeuge elementare Komponenten in der fünfachsigen Bearbeitung von Strukturbauteilen darstellen. So müssen sowohl Störkonturen als auch Interaktionen bereits in der Entwicklungsphase gemeinsam mit den Werkzeugen berücksichtigt werden, um später einen punktgenauen Prozessablauf gewährleisten zu können.
Flexibles Modulkonzeptfür ein weites Anwendungsfeld
Eine Maschine mit entsprechender Dynamik und Stabilität, großen Verfahrwegen und zusätzlich schwingungsdämpfend, das klingt zunächst nach einem Widerspruch. Mit der VKM scheint die Kombination der Merkmale aber gelungen zu sein. Im Gegensatz zu horizontalen Bearbeitungszentren beziehungsweise Fahrständermaschinen kann der Anwender mit der Vertikalkammermaschine etwa mit Eilganggeschwindigkeiten in der Y- und Z-Achse von 100 m/min verfahren. Diese Werte werden durch die vertikale Bauweise erreicht, weil bei diesem Konstruktionskonzept die leichteste Achse – das heißt das Werkzeug – gegen die Schwerkraft arbeitet. Dem eventuell auftretenden Problem der Spanabfuhr begegnet man in Spaichingen indem fünf Achsen genutzt werden, die translatorisch im Werkzeug und rotatorisch im Werkstück arbeiten.
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