Montagesysteme Vielfalt der Montagesysteme kennen und richtig einsetzen

Autor / Redakteur: Oliver Scholtz und Manfred Bender / Mag. Victoria Sonnenberg

Jährlich zeigt die Modellfabrik des Fraunhofer-IAO rund 1500 Besuchern die Vielfalt der manuellen Montagesysteme auf. Für die Unterstützung bei der Auswahl des für die jeweilige Montageaufgabe optimalen Systems hat das Institut einen „Montagesystem-Check“ entwickelt. Weiterhin wird die Modellfabrik zum Aufbau und Test neuer Montagesystem-Prototypen genutzt.

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Bild 1: Zu sehen ist ein manuelles Montagesystem, das flexibel verkettet ist.
Bild 1: Zu sehen ist ein manuelles Montagesystem, das flexibel verkettet ist.
(Bild: Fraunhofer-IAO)

Die Vielfalt an Montagesystemen für die tischgebundene Montage wird in den meisten deutschen Unternehmen kaum genutzt, da der Großteil der Unternehmen versucht, mit einem Standardsystem für alle Produkte auszukommen. Dabei sind die Montageaufgaben meist sehr verschieden. Analog unterscheiden sich die Systeme enorm im Investitionsbedarf, in ihrer Leistung, ihren Eigenschaften und in ihrem Automatisierungsgrad.

Da der Kostendruck auf die Montage in Deutschland anhält, kommt der Auswahl des Montagesystems eine hohe Bedeutung zu. Für die Zukunft stellt sich die Frage, mit welchen Lösungen für die Tisch gebundene Montage dem Verlagerungsdruck begegnet und wie in Deutschland wirtschaftlich produziert beziehungsweise montiert werden kann. Beim Betrachten erfolgreicher Unternehmen ist zu erkennen, dass sie verschiedene, an die individuelle Produktionsaufgabe angepasste hybride Montagesysteme einsetzen.

Montagesystem sollte optimal auf den Prozess zugeschnitten sein

Hybride Montagesysteme sind durch die Kombination von manuellen und potenziell automatisierten Montage- beziehungsweise Verkettungsvorgängen gekennzeichnet. Ein einmal ausgewähltes Montagesystem wird häufig über die gesamte Produktlebenszeit beibehalten und sollte daher zur Produktionsaufgabe optimal passen [1].

In den meisten Unternehmen sind nur ein oder zwei unterschiedliche hybride Systeme im Einsatz, obwohl die Montageaufgaben mehrere Systeme erfordern würden. Aufgrund kürzer werdender Produktlebenszyklus- und Entwicklungszeiten stehen die Montageplaner unter einem erheblichen Zeitdruck. Die Auswahl des passenden Montagesystems hat in kürzester Zeit zu erfolgen. In der Vergangenheit orientierten sich die Planer daher mehr an den bisherigen im Einsatz befindlichen Systemen als an systematischen Auswahlergebnissen. Deshalb ist es notwendig, die Auswahl des hybriden Montagesystems systematisch so zu unterstützen, dass der Montageplaner über ein schnelles Hilfsmittel zur Auswahl des optimal passenden hybriden Montagesystems verfügt. Das Fraunhofer-IAO hat dazu einen Montagesystem-Check entwickelt.

Hybride Montagesysteme haben einen hohen Flexibilitätsgrad

Hybride Montagesysteme weisen oft einen geringen Automatisierungsgrad auf, verfügen jedoch mit dem variablen Mitarbeitereinsatz über einen hohen Flexibilitätsgrad. Hybride Systeme verzichten weitgehend auf die investitionsintensiven automatischen Materialtransporte und -zuführungen. Die wertschöpfenden Montagevorgänge werden relativ einfach und kostengünstig automatisiert oder teilautomatisiert. Häufig ist in den Unternehmen eine Fokussierung auf wenige Arten von Montagesystemen anzutreffen, jedoch unterscheiden sich zum Beispiel die Produktgruppen in einem Unternehmen fast immer deutlich in den Stückzahlen. Das für die eine Produktgruppe mit hohen Stückzahlen sinnvolle Montagekonzept ist somit für eine Produktgruppe mit niedrigeren Stückzahlen meistens wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Zunächst werden die aktuell erfolgreichen Systeme und deren Eigenschaften sowie deren Vor- und Nachteile aufgezeigt. Mit Blick auf die in Deutschland aktuell erfolgreich produzierenden Unternehmen hat das Fraunhofer-IAO die in Bild 2 dargestellten Montagesysteme beziehungsweise -konzepte für den Montagesystem-Check ausgewählt.

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