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Zerspanung

Vierbackenfutter spannt kubische und runde Bauteile

| Autor/ Redakteur: Matthias Meier / Rüdiger Kroh

Mit einem zentrisch spannenden Vierbackenfutter konnten die Rüstzeiten bei einem Fünf-Achs-Bearbeitungszentrum optimiert werden. Es eignet sich als universelles Spannmittel für kubische, runde oder asymmetrische Bauteile, die nicht mehr wie sonst üblich ausgerichtet werden müssen.

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Bild 1: Mit dem Vierbackenfutter lassen sich komplexe Werkstücke in einer Aufspannung bearbeiten, wie hier ein sicherheitsrelevantes Maschinenbauteil.
Bild 1: Mit dem Vierbackenfutter lassen sich komplexe Werkstücke in einer Aufspannung bearbeiten, wie hier ein sicherheitsrelevantes Maschinenbauteil.
(Bild: HWR)

Die Schwarzer GmbH hat sich als Lohnfertiger mit Schwerpunkt CNC-Bearbeitung sowie als Systemlieferant für komplexe Baugruppen einen Namen gemacht. Mit 37 Mitarbeitern bietet das Unternehmen die komplette Bandbreite an Metallbearbeitungsverfahren vom CNC-Drehen, -Fräsen und -Schleifen bis zum Erodieren. Im vergangenen Jahr wurde nach einer Möglichkeit gesucht, Kollisionszonen und Rüstzeiten auf der Fünf-Achs-Maschine Hedelius RS 605 zu optimieren. So entstand der Kontakt zur HWR Spanntechnik GmbH.

Die Anforderungen an das neue Spannsystem waren hoch. Es wurde ein Spannmittel für kubische und runde Werkstücke gesucht, das die Flexibilität erhöht und gleichzeitig die Rüstzeiten senkt. Voraussetzung war außerdem, das vorhandene Nullpunktspannsystem zu nutzen. Als der Firma Schwarzer das Spannsystem Inoflex von HWR präsentiert wurde, war man sofort überzeugt.

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Bauteile müssen nicht mehrausgerichtet werden

Das patentierte Vierbackenfutter spannt zentrisch ausgleichend und eignet sich als universelles Spannmittel für nahezu alle Werkstücke – egal ob kubisch, rund oder asymmetrisch. Ein großes Plus: Da Inoflex zentrisch spannt, müssen die Bauteile nicht mehr wie sonst üblich ausgerichtet werden. Das Vierbackenfutter für die ausgleichende Handspannung ist am Markt einzigartig. Der Ausgleich wird möglich, weil die jeweils diametral angeordneten Schlitten über ein verschiebbares Kulissengetriebe miteinander verbunden sind. So werden die Haltekräfte optimal verteilt und die Bauteile deutlich weniger verformt.

Diesen Vorteil weiß man auch bei Schwarzer zu schätzen. Als für einen Auftraggeber eine Serie mit dünnwandigen Aluminiumspritzguss-Bauteilen geliefert werden sollten, konnte die geforderte Toleranz nur mit dem Vierbackenfutter erreicht werden. So wurde ein zweites Spannfutter mit einem Durchmesser von 315 mm extra für diesen Auftrag angeschafft. Der erste Prototyp wurde zwar noch aufwendig mit einem konventionellen Dreibackenfutter auf der Drehmaschine gefertigt, doch bei Schwarzer wusste man, dass die Serie damit nicht in der geforderten Präzision hergestellt werden konnte.

Rüstzeiten konnten deutlich gesenkt werden

Bei dem Lohnfertiger wird mit Messtechnik und einem ausgefeilten System zur Qualitätssicherung die Güte der hergestellten Bauteile ständig geprüft und dokumentiert. Mit den Ergebnissen, die mit den Inoflex-Spannfuttern erreicht werden, ist man sehr zufrieden. Die Rüstzeiten konnten deutlich gesenkt, die Genauigkeit verbessert und die Flexibilität erhöht werden. Darum will Schwarzer die Zusammenarbeit mit HWR ausbauen und plant für dieses Jahr die Anschaffung einer hydraulischen Kraftspannvariante des Inoflex-Spannfutters, die für die Serienfertigung auf einer CNC-Drehmaschine eingesetzt werden soll. Dieses Produkt will HWR bis Jahresmitte einführen. MM

* Matthias Meier B. Eng. ist Vertriebsleiter bei der HWR Spanntechnik GmbH in 28876 Oyten

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