Werkzeug-Tryout Von Anfang an nur Gutteile produzieren

Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Zur Herstellung von Elektroblechen werden in ein Schmalband-Coil die verschiedenen Nuten und Nutenbilder gestanzt. Als Produkt fallen aus dem Werkzeug entweder einzelne Bleche oder bereits gefügte Blechpakete an. Spezialist für solche Aufgaben ist der schwäbische Blechbearbeiter Kienle + Spiess. Das Unternehmen baut seine Werkzeuge selbst. Für das Tryout der Werkzeuge wurde eine moderne MEB Synchropress angeschafft.

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In gleichmäßigem, monotonem Rhythmus werden Hub für Hub verschiedene Muster in das Blech gestanzt, das vom Coil abgewickelt über eine Richteinheit der Presse zugeführt wird. Dies kann, je nach Anforderung, mit Folgestanzwerkzeugen oder mit sogenannten Paketierwerkzeugen geschehen (Beachten Sie dazu auch unseren Videoclip!). Ort ist der Betrieb in Vaihingen/Enz, nach dem Stammwerk Sachsenheim die zweite deutsche Produktionsstätte, genauer das Werkzeug- und Technologiezentrum der Firma Kienle + Spiess.

Das Unternehmen steht bereits seit 1935 für das Stanzen und Paketieren von Rotor- und Statorblechen und alle Arten von elektrischen Antrieben. Den Vaihinger Standort gibt es seit Anfang der 60er Jahre. Darüber hinaus unterhält Kienle + Spiess auch noch je einen Standort in Großbritannien und Ungarn. Insgesamt beschäftigt die Gruppe an den vier Standorten rund 1450 Mitarbeiter. In Vaihingen und im nahe gelegenen Sachsenheim sind es etwa 650 Mitarbeiter.

„Unser Hauptgeschäft ist das Stanzen von Elektroblechen sowohl für das Projektgeschäft als auch für das Massengeschäft beziehungsweise das Seriengeschäft“, erläutert Steffen Bauer, der als Leiter des Werkzeugbau- und Technologiezentrums in Vaihingen agiert. „Jährlich verarbeiten wir zirka 180000 t Elektroblech zu Statoren und Rotoren für Elektromotoren und Generatoren“, fügt Bauer an.

Für das Stanzen steht ein kompletter Pressenpark zur Verfügung

Die meisten Produkte, die in Vaihingen gefertigt werden, sind für Anwendungen, sprich elektrische Antriebe in der Automobilindustrie und für die Windenergie, bestimmt. Beide Anwendungsbereiche umschließen denn auch den Abmessungsbereich der Rotor- und Statorbleche von etwa 20 bis 700 mm Durchmesser beziehungsweise Breite – in Ausnahmefällen auch darüber hinaus. In der Regel sind die zu verarbeitenden Bleche mit unterschiedlichen Oberflächengüten versehen und liegen in den Blechdicken von 0,35 bis 1 mm vor.

„Wir bekommen die Bleche meist als Coil mit einer Coilbreite von 1240 mm angeliefert, aus dem wir dann durch Trennen ein sogenanntes Spaltband erzeugen, dieses wieder zum Coil aufwickeln und dann als Schmalband dem Stanzprozess zuführen“, erzählt Steffen Bauer. Für den Stanzprozess selbst stehen verschiedene Pressen und eben die Neuinvestition einer MEB Synchropress zur Verfügung. Die MEB Synchropress wird bei Kienle + Spiess vor allem dafür eingesetzt, wofür sie ursprünglich einmal konzipiert wurde – nämlich als Werkstattprobier-, Versuchs- und Vorserienpresse.

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