Beschichten Vor dem Galvanisieren von Sinterteilen alle Poren schließen
Um bei galvanisierten Sintermetallteilen Schichtkorrosion zu vermeiden, müssen vor dem Beschichten alle Poren verschlossen werden. Beim konventionellen Imprägnieren ist die Ausbeute zu gering. Nun gibt es ein Verfahren, das dies ändert. Dazu ist die Anpassung aller Prozesse erforderlich, mit positiven Nebeneffekten.
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Sinterwerkstoffe sind in der heutigen Industrie nicht mehr wegzudenken. Den technischen Vorteilen als Konstruktionswerkstoff stehen jedoch gravierende Nachteile bei der Oberflächenveredelung entgegen. Sintermetallurgisch hergestellte Konstruktionsteile neigen dazu, bei der Veredelung in wässrigen Prozessen die dort verwendeten Flüssigkeiten aufzunehmen und diese dann zeitverzögert wieder abzugeben. Das daraus entstehende Fehlerbild wird als „Bleed out“ bezeichnet. Die Holzapfel Group, Sinn bei Herborn, hat nun ein Verfahren entwickelt, das die Fehlerursache beseitigt (Bild 1).
Bleed out behindert Prozess der Oberflächenveredelung
Bei galvanischen Beschichtungen, zum Beispiel Zink- oder Zinklegierungsverfahren, führt dieses Phänomen zu einer Salzablagerung auf der Oberfläche. Meist greift das Salz auch das Beschichtungsmaterial an. So kommt es auf den mit Zink oder Zinklegierung veredelten Oberflächen von gesinterten Bauteilen zu einer lokalen Schichtkorrosion.
Ursache dafür ist die porenartige Struktur der Sintermetalle, die mit einem Haufen Murmeln vergleichbar ist: Die Murmeln, respektive die Körner des Sinterwerkstoffes, liegen nicht vollflächig aufeinander, sondern berühren sich nur punktuell und bilden ein höhlenartiges Netzwerk aus Poren.
Basische Stoffe greifen die Überzugsmetalle an
Die Größe dieser Poren ist abhängig von der Form und Größe des beim Sintern verwendeten Pulvers sowie der Press- und Sinterdichte des Werkstoffes. Sie beeinflusst unmittelbar das Ergebnis nachfolgender Beschichtungsprozesse. Denn dieser „Murmelhaufen“ nimmt in wässrigen Medien, wie sie zum Beispiel in Bädern der Galvanotechnik zum Einsatz kommen, aufgrund von Kapillareffekten Flüssigkeiten auf.
Diese meist stark salzhaltigen Flüssigkeiten, zum Beispiel Entfettungsbäder und Elektrolyte, diffundieren nach Prozessende aus den Porenöffnungen und lagern Salze sichtbar auf der Oberfläche ab. Die meist basischen Stoffe greifen die Überzugsmetalle an und hinterlassen dort lokal Korrosionsschäden am Überzugsmetall (Bild 2).
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