Beschichten

Vor dem Galvanisieren von Sinterteilen alle Poren schließen

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Manchmal ist es sinnvoll, die Bearbeitungsreihenfolge anzupassen, um das Ergebnis der Beschichtung deutlich zu verbessern. Allein die Umstellung der Prozessreihenfolge – mechanische Bearbeitung nach statt vor dem Imprägnieren – verbessert das Beschichtungsergebnis deutlich. Ein positiver Nebeneffekt ist eine signifikante Verlängerung der Werkzeugstandzeit bei der mechanischen Bearbeitung, zum Beispiel beim Zerspanen.

Auch dekorative Oberflächen lassen sich erzeugen

Der Grund liegt in einer gleichmäßig und reproduzierbar imprägnierten Oberflächenstruktur.

Von entscheidendem Einfluss ist auch die Adaption der Beschichtungsprozesse an den Werkstoff Sintermetall. Der Erfolg des Verfahrens Sinter Surface Solutions wird erst durch die Optimierung der Beschichtungsprozesse auf diese Werkstoffgruppe möglich.

Alle gängigen Sinterwerkstoffe für technische Anwendungen lassen sich prozesssicher imprägnieren und beschichten. So können nach dem Imprägnieren Korrosionsschutzschichten aus Zink oder Zink-Legierungssystemen aufgebracht werden. Es lassen sich jedoch auch dekorative Oberflächen erzeugen, zum Beispiel mehrlagige Schichtsysteme aus Kupfer, Nickel und Chrom, aber auch andere Veredelungen.

Reduzierung des Logistikaufwands bei direkter Prozesskombination

Bei der Holzapfel Group erfolgen die Imprägnierung und die Beschichtung „aus einer Hand“. Die Kombination an einem Standort bietet einen enormen Zeit- und Kostenvorteil, weil die Logistik zwischen beiden Arbeitsschritten entfällt. Zudem sorgt sie für mehr Prozesssicherheit, wenn beide Vorgänge „in einer Hand“ liegen. Dadurch ist die Imprägnierung optimal auf das Sinterwerkstück und seine Legierungszusammensetzung abgestimmt (Bild 8). Darüber hinaus führt das Verfahren Sinter Surface Solutions zu den bereits erwähnten Vorteilen für nachfolgende mechanische Bearbeitungsschritte.

Das Verfahren von Holzapfel wurde vom Fraunhofer-Institut IPA auf der O&S 2012 mit dem Award „Oberfläche 2012“ in Silber ausgezeichnet.

* Michael Immel ist technischer Berater bei der Holzapfel Group in 35764 Sinn.

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