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Predictive Analytics

Wartung anhand zustandsbasierter Maschinendaten

| Autor/ Redakteur: Karin Bönig / Reinhold Schäfer

Bei der Fertigung von Kunststoffgehäusen für Elektronikbauteile stellte sich die Förderschnecke der Kunststoff- Spritzgussmaschine als anfällig heraus. Nun erfolgt die Wartung anhand zustandsbasierter Maschinendaten. Dies spart im Vergleich zum starren Wartungsplan Geld ein.

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Die zustandsbasierte Wartung spart den Unternehmen in vielen Fällen Geld ein.
Die zustandsbasierte Wartung spart den Unternehmen in vielen Fällen Geld ein.
(Bild: Kerkez_iStock)

Produzierende Unternehmen stehen heute unter starkem Effizienzdruck. Die Anforderung: Sie müssen Produktionskosten senken, aber gleichzeitig die Stückzahl steigern. Um zusätzlich auch die Qualität der Produkte zu gewährleisten, sind Unternehmen auf absolut reibungslose Produktionsprozesse angewiesen.

Vor dieser Herausforderung stand auch ein Produktionsunternehmen von Elektronikkomponenten für die Industrie. Um die Ausschussquote beim Kunststoffspritzguss von Gehäuseteilen zu verringern, wurde der Produktionsprozess genau unter die Lupe genommen. Das Unternehmen produziert seine Gehäuseteile an mehreren Standorten weltweit mit insgesamt 150 Kunststoff-Spritzgussmaschinen verschiedener Herstellern. Eine neuralgische Komponente bei Kunststoff-Spritzgussmaschinen ist die Förderschnecke. Mit der Zeit nutzen sich die empfindlichen Schneckenlamellen ab. Dadurch presst die Maschine den Kunststoff mit weniger Druck in die Form. Das führt letztlich dazu, dass einige Bauteile bereits Mängel aufweisen, wenn sie frisch aus der Maschine kommen.

Das ursprüngliche Wartungskonzept, bei dem das Unternehmen seine Maschinen nach vorgegebenem Wartungsplan des jeweiligen Maschinenherstellers prüfen ließ, erwies sich als nicht mehr zureichend. Denn die Abnutzung der Lamellen der Förderschnecke ist von vielen Bedingungen abhängig. So ist teilweise schon vor dem vom Hersteller empfohlenen Termin eine Wartung fällig. In anderen Fällen erfolgen die Wartung und der Austausch der Förderschnecke zu früh, obwohl die Lamellen noch voll funktionstüchtig sind. Beides ist unwirtschaftlich.

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Ziel ist die vorausschauende Wartung

Um die erforderliche Produktionsmenge und Qualität zuverlässig einzuhalten, teure Ausschussraten zu vermeiden und Ausfallzeiten zu minimieren, entschied man sich für ein modernes Wartungskonzept auf Basis von Predictive Analytics. Dabei erfolgt die Wartung nicht nach starrem Wartungsplan, sondern zustandsbasiert durch die Erhebung und intelligente Auswertung von Maschinendaten. Ziel des Unternehmens war es, einen durchgängigen Überblick über den Zustand der Maschinen und speziell der Förderschnecken zu erhalten.

Die Innovation Alliance als Projektpartner

Weil die 150 Spritzgussmaschinen von unterschiedlichen Herstellern und unterschiedlichen Alters sind, wäre es für das Produktionsunternehmen zu aufwendig gewesen, jeden Hersteller einzeln mit einer Nachrüstung der jeweiligen Maschinen mit Predictive-Maintenance-Erweiterungsmodulen zu beauftragen. Deswegen entschied es sich dazu, das Projekt gemeinsam mit der Innovation Alliance durchzuführen. Die Innovation Alliance ist ein Kompetenzverbund mittelständischer IT-Unternehmen, der Firmen, Städte und Kommunen bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten unterstützt und begleitet.

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