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Beim Arbeiten mit Ultrahochdruck-Technik sollten in der Regel zwei Personen im Einsatz sein. Dabei steht der Maschinist in ständigem Augen- oder Funkkontakt mit dem Anwender, um bei Bedarf per Not-Stopp das Gerät ausschalten zu können. Damit der Hochdruckstrahl nie versehentlich auf Menschen gerichtet wird, ist ein sicherer Stand unerlässlich, der unkontrollierte Bewegungen durch den Rückstoß der Sprühlanze verhindert. Damit eine Rückstoßkraft von 150 Newton (N) bei handgeführten Arbeiten respektive 250 Newton bei Arbeiten mit Körperstütze nicht überschritten wird, müssen Größe und Anzahl der Düsen, die den Wasserdruck erzeugen, entsprechend angepasst sein. Wann welche Rückstoßkraft entsteht, hängt von den Parametern Wasserdruck und Wassermenge in der Minute ab, detaillierte Informationen hierzu finden sich in der Gebrauchsanleitung des Geräts. Ist der Druck höher als 250 N, müssen Roboter oder Manipulatoren eingesetzt werden. Während Roboter vollautomatisch arbeiten, funktionieren Manipulatoren stets über eine Fernbedienung, die der Anwender aktiv steuern muss.
Sicherheit zählt: Transport, Sicherheitsinspektion & Instandhaltung
Da Ultrahochdruck-Systeme ein erhebliches Gewicht haben können, sind sie beim Transport gegen Umkippen, Wegrollen oder Absturz durch Zurrgurte zu sichern. Wo möglich, ist beim Be- und Entladen der Einsatz einer Hebehilfe sinnvoll. Daher sind einige Geräte mit Krananschlägen zum Anheben ausgerüstet. Um den ordnungsgemäßen Zustand von den Maschinen zu prüfen, müssen sie alle zwölf Monate gemäß BGR500 von dafür autorisiertem Personal auditiert werden. Dabei werden gegebenenfalls notwendige Reparaturen oder der Austausch einzelner Wasserwerkzeuge vorgenommen. In der Zwischenzeit gilt: Vor jedem Einsatz sicherstellen, dass das verwendete Gerät keine sichtbaren Schäden aufweist, so dass unfallfreies Arbeiten möglich ist.
Wenn die Technik selbstständig wird: Sicherheit in Zukunft
In Spezialbereichen gibt es auch heute noch Arbeiten, die in kritischen Umgebungen manuell durchgeführt werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel die Teilereinigung in Chemiewerken oder die Dekontamination ganzer Atomkraftwerke bei deren Rückbau. Trotz Komplettausrüstung muss der Gesundheitszustand des Anwenders in solchen Fällen kontinuierlich überwacht werden. Hier schaffen Roboter, automatisierte Anlagen und Manipulatoren ein neues Level an Sicherheit. Pistole oder Lanze lassen sich von einem geschützten Bereich aus per Joystick fernsteuern; in Atomkraftwerken sind komplette Anlagen im Einsatz, deren Sensoren und Kameras kontinuierlich die ordnungsgemäße Dekontamination und Reinigung überwachen. Speziell in Bereichen, wo heute noch Menschen mit Gefahrstoffen oder Strahlung in Kontakt kommen, werden diese neuen technischen Möglichkeiten in Zukunft mehr und mehr eingesetzt.
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